Mehr E-Autos auf Sachsens Straßen, doch die private Nachfrage lahmt weiter

Von Alexander Bischoff, Daniel Josling

Leipzig - Nach dem Rückgang im Vorjahr steigt die Zahl neuer E-Autos in Sachsen wieder an. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) vermeldet ein dickes Zulassungsplus für rein batteriebetriebene Fahrzeuge. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) warnt hingegen vor Augenwischerei. Eigenzulassungen der Autofirmen würden über die anhaltende Elektro-Flaute hinwegtäuschen.

Im Leipziger Porsche-Werk wird ein Macan montiert. 60 Prozent der ausgelieferten Macan-Modelle seien vollelektrisch, teilt das Unternehmen mit.
Im Leipziger Porsche-Werk wird ein Macan montiert. 60 Prozent der ausgelieferten Macan-Modelle seien vollelektrisch, teilt das Unternehmen mit.  © Porsche AG / Marco Prosch

Zuerst die Zahlen: Im Freistaat wurden laut KBA von Januar bis Juli 6677 batteriebetriebene Elektrofahrzeuge (BEV) neu zugelassen - ein Plus von mehr als 2500 gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allein im Juli waren es demnach 895 E-Autos.

Industrie und Politik künden von einer Trendumkehr. Denn 2024 waren die BEV-Neuzulassungen nach dem abrupten Ende der staatlichen Förderung eingebrochen, im Gesamtjahr standen nur 7801 neue E-Autos in der Statistik.

"Im ersten Halbjahr 2025 waren fast 60 Prozent der ausgelieferten Macan-Modelle vollelektrisch", teilte das Porsche-Werk Leipzig mit.

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Auch BMW verweist auf die Entwicklung in seinem Leipziger Werk: "Grundsätzlich verzeichnen wir einen steigenden Anteil an vollelektrischen Fahrzeugen, deren Anteil liegt mittlerweile bei über einem Drittel der Produktion", hieß es.

Die Realität sieht anders aus

Warnt vor Augenwischerei: ZDK-Präsident Thomas Peckruhn.
Warnt vor Augenwischerei: ZDK-Präsident Thomas Peckruhn.  © kfzgewerbe.de

Nicht in den Jubel einstimmen wollen hingegen die Autohändler. Deren Interessenvertretung ZDK sieht in den KBA-Zahlen eine verzerrte Realität.

"Die wachsende Zahl an BEV-Neuzulassungen täuscht über die Realität im Handel hinweg", erklärt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn.

"Was statistisch als Erfolg erscheint, ist in der Realität häufig das Ergebnis von Eigenzulassungen durch Hersteller und Händler, Flottengeschäften oder taktischen Maßnahmen - nicht aber von echten Kundennachfragen im Handel."

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Seit zwei Jahren schrumpfe die E-Auto-Nachfrage bei Privatleuten - private Neuzulassungen lägen im Vergleich zu 2023 um 4,8 Prozent zurück. Peckruhn: "Die Politik nimmt diese Absatzkrise nicht wahr, weil sie nur auf die Entwicklung der amtlichen Zulassungszahlen schaut."

Titelfoto: Bildmontage: 2024 Porsche AG / Marco Prosch; kfzgewerbe.de

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