Mia ist jetzt Erzgebirgerin: Bayrischer Luchs in Sachsen ausgewildert
Eibenstock - Die Luchs-Population im Erzgebirge wächst weiter. In den frühen Morgenstunden am Donnerstag wurde eine weitere Luchskatze in den Wäldern des Westerzgebirges ausgewildert. Mia ist schon der zehnte Luchs, der seit 2024 in Sachsen ausgewildert wurde.
Mit einem beherzten Sprung aus ihrer Transportkiste ist Mia in ihrem neuen Lebensraum bei Eibenstock angekommen. Das Weibchen folgt damit Lotta und Luca, die im August ausgewildert wurden.
Luchsmädchen Mia ist laut Sächsischem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Dresden 2025 zusammen mit zwei Geschwistern im Tierfreigelände des Nationalparkzentrums Falkenstein in Bayern geboren.
"In dem großen naturnahen Freigehege behalten die Tiere ihre natürliche Scheu vor Menschen. Damit waren für die Luchsin von Anfang an die Weichen gestellt, um sie im Alter von etwa einem Jahr auszuwildern", so ein Landesamtssprecher.
Ursula Schuster, Leiterin des Nationalparks Bayrischer Wald erklärt: "Dass es in Sachsen ein geeignetes Auswilderungsprojekt gibt und wir ein Tier haben, das allen Anforderungen des Expertennetzwerks Linking Lynx entspricht, freut uns sehr. Wenn wir Luchse in die Natur entlassen können, sind es immer ganz besondere Augenblicke." Nicht zuletzt würde damit ein wichtiger Beitrag zum Erhalt einer bedrohten Tierart geleistet, so Ursula Schuster weiter.
Auch Landesumweltamts-Präsident Heinz Bernd Bettig freut sich über die neue Luchskatze in Sachsen: "Besonders erfreulich ist, dass in diesem Jahr in Sachsen zwei Weibchen aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für den Karpatenluchs ausgewildert werden konnten. Sie sind für die weitere Entwicklung der Population von zentraler Bedeutung."
Tiere werden über Sender und Kameras beobachtet
Nun wird auf Nachwuchs bei den Luchsen gehofft, damit der Bestand auf natürliche Weise wachsen kann. Durch Mia kommen jetzt auch neue Gene in die Population, was die Gesundheit und Widerstandsfähigkeit der sächsischen Luchse langfristig fördert.
Alle bisher ausgebildeten Luchse sind mit Halssendern ausgestattet, die regelmäßig Ortungsdaten übertragen. So kann beobachtet werden, wo sich die Tiere aufhalten. Nach etwa einem Jahr lösen sich die Halsbänder automatisch und die Beobachtung wird über Wildkameras fortgesetzt.
Vor zwei Jahren wurden im Erzgebirge fünf Luchse ausgewildert, von denen einer aber nicht mehr am Leben ist. Luchs Anton wurde überfahren. Vergangenes Jahr kamen zwei Luchse dazu und in diesem Jahr noch einmal drei.
Titelfoto: Archiv Naturschutz LfULG, B.Lehmann
