NABU-Zählung: Spatzen dominieren Sachsen, doch auch sie werden weniger

Leipzig - Alle Vögel sind schon da ... Leider trifft das nicht mehr ganz die Realität. Denn der Vogelbestand in Sachsen scheint abermals zurückgegangen zu sein, wie die Auswertung der jüngsten Piepmatz-Zählung ergab.

Zankende Spatzen - der Haussperling führt auch heuer die sächsischen Vogel-Charts an.  © imago/H. Tschanz-Hofmann

Für den Zeitraum vom 8. bis 10. Mai hatte der NABU wieder zur "Stunde der Gartenvögel" aufgerufen - und 2996 Sachsen hielten Augen und Ohren offen. Wie die Naturschützer nun informierten, meldeten sie zusammen 65.349 Piepmätze.

Klingt viel, ist aber in der Auswertung erneut ein Rückgang. "Der Haussperling lag 2026 in Sachsen um zehn Prozent unter dem Vorjahreswert, der Feldsperling um zwölf Prozent", teilte der NABU mit.

Der langjährige Rückgang zeige, dass selbst einst allgegenwärtige Vogelarten in unseren Siedlungen unter Druck geraten, so Landes-Chefin Maria Vlaic (45).

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Das treffe auch auf bodenbrütende Arten zu. So sei in ganz Sachsen nur noch ein Kiebitz gesichtet, ein Rebhuhn gar nicht entdeckt worden. Vlaic: "Die Ergebnisse sind ein Warnsignal für den Zustand unserer Dörfer, Städte und der Landschaft. Wir müssen für mehr Nistplätze an Gebäuden sorgen, Hecken schützen, Flächen entsiegeln und Landwirtschaft vielfältiger machen."

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Ein Kiebitz läuft durchs hohe Gras - bei der jüngsten Zählaktion wurde nur noch ein Exemplar gesichtet.  © Boris Roessler/dpa
Spricht von einem "Warnsignal": Sachsens NABU-Chefin Maria Vlaic (45).  © Ina Ebert

Am häufigsten anzutreffen sind im Freistaat übrigens Spatz (Haussperling), Star, Kohlmeise, Amsel, Blaumeise und Mauersegler.

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