Chemnitz/Zeithain - Vom tschechischen Horror-Knast nach Deutschland: Neonazi Marla-Svenja Liebich (55) sitzt seit fünf Tagen in Zeithain (Landkreis Meißen) hinter Gittern. Im Vergleich zum Pilsen-Zuchthaus sei das Gefängnis in Sachsen "der reinste Luxus".
Kein Wunder: Der Knast in Pilsen ist die berüchtigtste und härteste Strafanstalt in Tschechien - bekannt durch die Netflix-Doku "Die härtesten Gefängnisse der Welt".
Ein wahrer Horror-Knast. Hier sitzen Hunderte Schwerverbrecher ein, kleine Zellen, kalte und düstere Mauern prägen das Bild. Durch die sternförmig angeordneten Trakte wirkt das Gefängnis wie eine Festung aus einer anderen Zeit.
"Ich hielt Pilsen-Bory für ein normales Gefängnis, vielleicht etwas düsterer, dem Alter geschuldet.
Ich hatte keinen Vergleich. Mittlerweile weiß ich, dass es eines der berüchtigtsten Zuchthäuser der Welt ist", teilt Liebich auf der Plattform X mit.
Die Rechtsextremistin bezeichnet den Pilsen-Knast als Loch, in Deutschland (Zeithain) sei sie in ein "Ferienlager" gekommen. "Zwar hinter Stacheldraht, aber gegen Bory der reinste Luxus."
Liebich saß mehr als drei Monate im Pilsen-Gefängnis, nachdem sie in Tschechien gefasst wurde. Zuvor hatte sich die Rechtsextremistin monatelang vor ihrer Haftstrafe gedrückt.
Liebich schimpft über Männerknast-Entscheidung: "Öffnet die Büchse der Pandora"
Eigentlich hoffte die Rechtsextremistin, nach ihrer Auslieferung nach Deutschland in den Chemnitzer Frauenknast gebracht zu werden. Doch die Gefängnisleitung entschied sich dagegen - die 55-Jährige kam nach Zeithain.
Liebich, die ihr Geschlecht "wechselte", schimpft über diese Entscheidung. "Die Frechheit der deutschen Justiz, mich als Frau im besten Alter in den Männervollzug zu stecken, öffnet die Büchse der Pandora."
Ihr Anwalt will kündigte bereits an, die Entscheidung der JVA zu prüfen. Mittlerweile setzt sich auch ausgerechnet ein AfD-Politiker für die Neonazi-Transfrau ein.