Hoyerswerda - Die Tage vom ZCOM-Computermuseum in Hoyerswerda sind gezählt. Es wird am 1. September seine Pforten schließen. Hinter den Kulissen wird um die Zukunft der einmaligen, renommierten Einrichtung gerungen.
"Das ist alles Zeitgeschichte. Die Jugend von heute, weiß gar nicht, wo das alles herkommt und wie es entstanden ist", sagt Andreas (48) beim Rundgang durch das Museum.
Der Thüringer macht Urlaub in der Oberlausitz. Er ist fasziniert von der Schau, die dem Erfinder des ersten Computers, Konrad Zuse (besuchte 1923 in Hoyerswerda das Reform-Realgymnasium), gewidmet ist.
Das Zuse-Computermuseum (ZCOM) präsentiert seit 2017 in der Hoyerswerdaer Neustadt seine Schau. Es zeigt, wie die Computertechnik sich seit 1941 entwickelt hat.
Pro Jahr besuchen rund 10.000 Menschen - vor allem Schulklassen - das Museum. "Diese Zahl reicht nicht, um den Betrieb dauerhaft zu sichern", heißt es vom Museums-Förderverein.
Es gibt noch Hoffnungsschimmer
Die städtische Wohnungsgesellschaft gehört von Anfang an zu den größten Unterstützern des Museums. Nachdem sie jedoch angekündigt hatte, dass sie zum Jahresende ihr Engagement einstellt, wackelte das Modell zur Bewirtschaftung mächtig.
Zum Einstürzen brachte es schließlich ein Beschluss des Stadtrates vor wenigen Tagen. Auch die Stadt streicht ihren Zuschuss in Höhe von 25.000 Euro ab 2027.
Die ZCOM-Stiftung zog die Konsequenzen, kündigte die Schließung des Museums ab September an.
Ihr Hoffnungsschimmer: Gespräche mit einer Schweizer Stiftung. Springt sie als Retter in der Not ein? Spruchreif ist nichts. Auch die Stadt sucht Lösungen. Mittel aus dem Strukturfonds sind dabei im Gespräch.