Natürlicher Feind des Wolfs: Leben bald Braunbären in Sachsens Wäldern?
Dresden - Wenn der Mensch den Wolf nicht bejagen darf, kann oder soll - dann könnte den Job doch einer seiner natürlichen Feinde übernehmen. Nach einer herrlich skurrilen Abgeordneten-Anfrage hat sich Sachsens Landwirtschaftsministerium mit der Ansiedlung von Braunbären, Grizzlys und Tigern im Freistaat befasst.
Mit etwas Humor hat der parteilose Landtagsabgeordnete Matthias Berger (58) versucht, die verbissen geführte Debatte um den Wolf aufzulockern.
Pünktlich zum 1. April fragte der Ex-OB von Grimma bei der Staatsregierung an, ob man denn angesichts der Aufnahme des Raubtiers in das Bundesjagdgesetz nicht auch auf ein ökologisches Wolfsmanagement setzen sollte.
Und wollte von Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch (54, CDU) wissen, inwieweit die Staatsregierung plane, die natürliche Regulation des Wolfsbestandes durch die Förderung seines natürlichen Feindes, des Braunbären, "als Teil einer langfristigen Naturschutz- und Jagdstrategie" zu etablieren.
Zudem erfragte Berger, welche Gebiete sich für die Bären-Ansiedlung in Sachsen eignen würden.
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Und, zufrieden mit der Antwort, Herr Berger?
Jetzt kam die Antwort in ähnlich augenzwinkernder Weise zurück. Von Breitenbuch erklärte, dass die Staatsregierung entsprechende Analysen bisher nicht vorgenommen habe.
"Auch Überlegungen zur Ansiedlung von Grizzlybären, Polarbären oder Sibirischen und Indischen Tigern als natürliche Feinde des Wolfes bestehen nicht", schreibt der Minister.
Darüber hinaus sei auch die Möglichkeit verworfen worden, "durch gezielten Einsatz von Greifvögeln" wie dem Seeadler bereits eine Dezimierung des Wolfsnachwuchses zu erreichen, heißt es weiter.
Und, zufrieden mit der Antwort, Herr Berger? "In diesen Zeiten völliger Polarisierung braucht es auch mal etwas Humor zum Auflockern - und den hat die Staatsregierung hier mal bewiesen", so der Abgeordnete zu TAG24.
Titelfoto: Bildmontage: imago/Aurora Photos, EHL Media/Dietmar Thomas

