Zahl der Bundeswehr-Besuche in Sachsens Schulen massiv gestiegen
Dresden/Berlin - Die Bundeswehr ist an Sachsens Schulen regelmäßig präsent. Obwohl das eine lange Tradition hat, entzündet sich daran nun Kritik.
Die Bundeswehr besucht jährlich Tausende Schulklassen. In Sachsen fanden im laufenden Jahr bereits 35 Termine statt, 46 weitere sind geplant.
Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor. Danach waren es im vergangenen Jahr 374 Termine. Im Vergleich zu 2021 ergab sich ein Anstieg um etwa 40 Prozent.
Der Leipziger Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann (49, Linke) kritisierte, Sachsen rangiere im Verhältnis zur Anzahl der Schüler seit Jahren auf den vorderen Plätzen.
Den Ausbau der Präsenz der Bundeswehr an Schulen bezeichnete der Politiker als gefährlichen Irrweg. Die Bildungsgewerkschaft GEW unterstützt diese Haltung.
"Statt 'kriegstüchtiger Bildung' brauchen wir eine Bildung, die auf Frieden, Demokratie und diplomatische Konfliktlösungen ausgerichtet ist", sagte die stellvertretende Vorsitzende der GEW Sachsen, Claudia Maaß (47).
Jugendoffiziere für Besuche an Schulen zuständig
Das Thema sei brisant, heißt es vom Landesschülerrat auf TAG24-Anfrage. Der Fakt, dass auch die geopolitische Lage maßgeblich zu den mentalen Problemen von Schülern beitrage, müsse Platz in der Debatte finden, so eine Sprecherin.
Für die Besuche an Schulen sind bei der Bundeswehr Jugendoffiziere zuständig. Sie dürfen im Unterricht nicht um Nachwuchs für die Truppe werben.
Doch halten sie ab der neunten Klasse bis hin zur gymnasialen Oberstufe sowie an Berufsschulen Vorträge über Sicherheitspolitik oder erläutern den Auftrag der Bundeswehr.
Sie organisieren auch Planspiele zu internationaler Politik und Sicherheit oder Truppenbesuche für Schulklassen. In Sachsen sind diese Besuche über eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Kultusministerium und der Bundeswehr geregelt.
Titelfoto: Patrick Seeger/dpa

