Neuer Bericht da: Wie sicher ist jüdisches Leben in Sachsen?
Dresden - Antisemitismus und Israel-Hass: Die Sicherheitslage für Juden in Sachsen stellt einen zunehmend sensibleren Bereich dar. Zu diesem Schluss kommt der Jahresbericht zu jüdischem Leben im Freistaat.
Gleichwohl seien Juden schon wegen der massiven Polizeipräsenz in Sachsen sicher, sagte der Beauftragte der Staatsregierung für das jüdische Leben, Thomas Feist (61), bei der Vorstellung des Berichts in Dresden.
Feist hatte das Thema Sicherheit - neben anderen - zum Gegenstand eines Fragebogens gemacht. Danach bewerteten die Mitglieder der drei jüdischen Gemeinden Dresden, Leipzig und Chemnitz die Zusammenarbeit mit Sicherheitsbehörden sowie den Schutz von Gemeindegebäuden überwiegend positiv.
Viele gaben jedoch an, wegen der hohen Anzahl antisemitischer Vorfälle im Alltag vorsichtiger zu agieren und ihre religiöse Zugehörigkeit nicht immer offen zu zeigen.
Die Polizei registrierte 2025 insgesamt über 220 antisemitische Straftaten in Sachsen. Das bedeutet einen Rückgang um 38 Fälle gegenüber dem Vorjahr. Schulleitungen meldeten 245 Vorfälle mit rechtsextremem Hintergrund.
Ein besonders Phänomen stellt dem Bericht zufolge Israel-Hass dar, der Züge der Jugendkultur trage.
Jetzt kostenlos für den News-des-Tages-Newsletter anmelden!
Auf TikTok oder Instagram etwa entwickle sich der zu einer Art Lifestyle- und Identitätsmerkmal. "Eine konsequente Trennung zwischen berechtigter Kritik am Konflikt und kollektivem Hass auf Juden und Israel bleibt daher unerlässlich", so Feist in dem Bericht.
Titelfoto: Bildmontage: picture alliance/dpa, Sebastian Kahnert/dpa, Holm Helis
