Planänderung: Warum neuer Fernzug über Dresden vorerst doch nicht bis zur Ukraine-Grenze fährt

Dresden - Neue Fernverbindung gestartet! Der Betreiber "Leo Express" hat – wie im vergangenen Jahr bereits angekündigt – zum 25. Juni den Zugbetrieb in Deutschland aufgenommen. Die Fahrten von und nach Frankfurt am Main über Leipzig und Dresden führen jedoch vorerst nicht bis zur ukrainischen Grenze.

Endziel Tschechien statt Polen: Die neue Fernverbindung über Dresden verläuft auf der Schiene vorerst nur bis Bohumín.  © privat

Bis auf Weiteres starten und enden die Züge im tschechischen Bohumín und damit nicht wie ursprünglich geplant im polnischen Przemyśl.

Als Grund dafür nennt "Leo Express" einen sogenannten "Economic Equilibrium Test" (zu Deutsch: wirtschaftlicher Gleichgewichtstest) in dem ukrainischen Nachbarland. Darunter ist ein EU-Mechanismus zu verstehen, der prüft, inwieweit die Aufnahme eines kommerziellen Bahn-Angebots den Betrieb staatlich subventionierter Züge untergräbt.

Konkret hatte offenbar die für den Fernverkehr zuständige Gesellschaft PKP Intercity der polnischen Staatsbahn Bedenken angemeldet, wie das tschechische Portal "zdopravy.cz" berichtet.

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Bis die Prüfung abgeschlossen ist, werden Busse auf dem Abschnitt Bohumín – Krakau – Przemyśl fahren, teilte "Leo Express" mit. Der Anschluss an die Züge sei gewährleistet.

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Gezogen wird der Zug von einer Siemens-Vectron-Lok der Baureihe 193.  © privat
Die Wagen stammen ursprünglich von der Deutschen Bahn. Sie haben das Design von "Leo Express" erhalten.  © privat

Betreiber nutzt Ex-Intercity-Wagen der Deutschen Bahn

So sehen die Abteile aus. Früher saßen hier 1.Klasse-Kunden der DB.  © Leo Express

"Das Potenzial der neuen Linie liegt darin, die wahrgenommene Barriere zwischen Ost- und Westeuropa zu überwinden, indem wichtige wirtschaftliche und kulturelle Zentren bis an die Grenze der Ukraine miteinander verknüpft werden", erklärte Peter Köhler, Chef von "Leo Express". 

Zum Einsatz kommen Ex-Intercity-Wagen, abgekauft von der Deutschen Bahn. Sie sind mit Klimaanlage und WLAN ausgestattet. Auch Bordverpflegung wird angeboten.

Zunächst fahren die Züge mit drei Wagen im Großraum und Abteil. "Im Laufe des Sommers wird das Angebot um zusätzliche Business-Class-Wagen sowie Schlafwagen erweitert", heißt es. Man sei auch bereit, die Kapazität bei entsprechender Nachfrage weiter zu erhöhen.

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Unter Berücksichtigung der Bauarbeiten in Deutschland sieht der aktuelle Fahrplan der täglichen Direktverbindungen derzeit so aus: Bohumín 17.45 Uhr – Prag 22.32 Uhr – Dresden 1.38 Uhr – Frankfurt Flughafen 8.06 Uhr. In der Gegenrichtung: Frankfurt Flughafen 14.39 Uhr – Dresden 22.30 Uhr – Prag 1.17 Uhr – Bohumín 6.01 Uhr.

Die Ticketpreise starten den Angaben zufolge ab 9,90 Euro. Infos unter www.leoexpress.com.

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