Pulsnitzer Pfefferkuchen: Das solltet Ihr über das Traditionsgebäck wissen

Pulsnitz - Seit Wochen läuft bei den Pulsnitzer Pfefferküchlern die Produktion fürs Weihnachtsgeschäft auf Hochtouren.

Gehören für viele zu Weihnachten dazu: die Pulsnitzer Pfefferkuchen. (Symbolfoto)  © imago/Robert Michael

Da wird Teig ausgerollt, ausgestochen und die Pfefferkuchen werden in die Öfen geschoben.

Vieles ist dabei noch echte Handarbeit.

Der erste große Höhepunkt der Pfefferkuchensaison findet traditionell am ersten Novemberwochenende statt: der Pfefferkuchenmarkt in Pulsnitz.

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Daten und Fakten in Zahlen

Martin Kotzsch, Pfefferkuchenbäckermeister in der Pfefferküchlerei Löschner, hält ein Blech mit Pfefferkuchen.  © Robert Michael/dpa

1558

gilt als das älteste belegte Jahr für die Pfefferkuchenherstellung in Pulsnitz.

So wurde den Bäckern der Stadt das Recht verliehen, Pfefferkuchen herzustellen - unter einer Voraussetzung: dass zunächst der Grundbedarf an Brot gedeckt sein musste.

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213

Jahre alt ist die älteste noch produzierende Pfefferküchlerei in Pulsnitz, die Pfefferküchlerei Löschner, die 1813 gegründet wurde. Älter ist nur die erste Pulsnitzer Pfefferküchlerei, die 1743 vom Bäcker Tobias Thomas ins Leben gerufen wurde.

Er war der Erste, der Pfefferkuchen losgelöst vom Bäckerhandwerk herstellte. Sein Betrieb erlosch jedoch nach 229 Jahren im Jahr 1972. Heute befindet sich im historischen Gebäude das Café Harlekin.

Warum spricht man ohne Pfeffer von Pfefferkuchen?

Neben einer Lebkuchenfabrik gibt es in der Pfefferkuchenstadt noch acht traditionell-handwerklich produzierende Pfefferküchlereien.  © imago/Sylvio Dittrich

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Pfefferkuchenbäcker gibt es noch in Pulsnitz, davon acht handwerkliche Pfefferküchlereien und eine Lebkuchenfabrik, die allesamt in Familientradition geführt werden und Dutzende Varianten von Pfefferkuchen herstellen. Besonders beliebt bei den Kunden sind die gefüllten Spitzen.

50:50

beträgt das Verhältnis für den Grundteig und meint 50 Prozent Mehl (Weizen- und Roggenmehl) und 50 Prozent Zucker aus Zuckersirup, Kunst- oder Bienenhonig. Der daraus entstehende Lagerteig ist fettfrei und kann über Monate und sogar Jahre gelagert werden.

Erst bei der Weiterverarbeitung werden die Gewürze dazugegeben. Eine alte Tradition besagt, dass, wenn einem Pfefferküchlermeister ein Sohn geboren wird, dieser einen Teig herstellt, der dann zur Hochzeit des Sohnes verschnitten wird.

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Pfefferkörner stecken im klassischen Pfefferkuchen. Doch warum heißen die Lebkuchen dann so?

Ganz einfach: Früher wurden exotische und kostbare Gewürze wie Zimt, Kardamom und Muskat allgemein als "Pfeffer" bezeichnet.

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Mehr als 100 Händler beim Pulsnitzer Pfefferkuchenmarkt

Der Pulsnitzer Pfefferkuchenmarkt ist am Sonntag ab 10 Uhr geöffnet.  © imago/Sylvio Dittrich

1998

wurde das Pfefferküchlerhandwerk als eigenständiges, regionaltypisches Handwerk geschützt. So müssen Pulsnitzer Pfefferkuchen auch wirklich in Pulsnitz hergestellt werden.

90.000

Besucher strömen jedes Jahr zum traditionellen Pfefferkuchenmarkt nach Pulsnitz, der erstmals im Jahr 2003 veranstaltet wurde. Auch zur 22. Ausgabe präsentieren sich alle Pulsnitzer Pfefferküchler wieder gemeinsam mit ihren Verkaufsständen auf dem Marktplatz.

100

Mehr als 100 Händler sind beim Pulsnitzer Pfefferkuchenmarkt mit dabei und bieten in der gesamten Innenstadt ihre Waren, Spezialitäten und Köstlichkeiten an. Am Sonntag ist er von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Weitere Infos und Programm unter: pfefferkuchenmarkt.de

Neue Pfefferkuchenprinzessin wird bald gekürt

Die erste Pfefferkuchenprinzessin war 2006 Linda Jung (8). Die heute 28-Jährige ist inzwischen Schlagermusikerin.  © Ove Landgraf

4500

Etwa 4500 Pfefferkuchendosen - die größte Blechdosensammlung in Deutschland - besitzt das Pfefferkuchenmuseum Pulsnitz. Zum Stadtjubiläum im vergangenen Jahr designte sich die Stadt eine eigene Dose, die zentrale Motive wie das Rathaus, die Stadtkirche, die Färberhenke und den Schlosspark vereint. Die Pfefferkuchendose gibt's für zehn Euro in der Stadtinformation zu kaufen.

18

Pfefferkuchenprinzessinnen gab es schon. Die Idee zur Traditionsfigur des Dresdner Striezelmarkts wurde 2005 ins Leben gerufen und die erste Prinzessin im darauffolgenden Jahr gekrönt.

Die Krönung der mittlerweile 19. Prinzessin findet am Sonntag, dem 6. Dezember, im Rahmen des Dresdner Pfefferkuchenfestes auf dem 592. Dresdner Striezelmarkt statt.

Pfefferkuchen oder Lebkuchen?

Pulsnitzer Pfefferkuchen sind eine traditionell handwerklich hergestellte Lebkuchenvariante in verschiedenen Sorten.  © imago/Sylvio Dittrich

Wo ist da eigentlich der Unterschied?

Nun, bei uns im Osten, insbesondere in Pulsnitz, spricht man von Pfefferkuchen. Im Westen und Süden Deutschlands, mit Nürnberg als Zentrum, ist von Lebkuchen die Rede.

Pfeffer- und Lebkuchen werden regional unterschiedlich hergestellt und sind somit zwei unterschiedliche Gebäcke.

Aber: Lebensmittelrechtlich werden Pulsnitzer Pfefferkuchen zu den Braunen Lebkuchen beziehungsweise den Lebkuchenarten gezählt.

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