Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln: Ansturm auf die Knolle zum Selbstsammeln

Dippoldiswalde - Hier wird Tradition zum Spektakel: Alljährlich versammeln sich Menschen in Oberhäslich, um Kartoffeln vom Feld der Agrargenossenschaft Reinholdshain zu stoppeln. In diesem Jahr wird 35-jährigen Jubiläum gefeiert.

Agrar-Boss Jörg Weinhold (35) gibt seine Knollen frei für alle. Manche kaufen gleich mehrere Säcke.  © Norbert Neumann

Bereits eine Stunde bevor das Absperrband geöffnet wurde, bildete sich eine über hundert Meter lange Warteschlange.

Mit Körben und Taschen ausgerüstet, stürmten die Sammler Punkt 13 Uhr aufs Feld. 2,8 Hektar voller gelbschaliger Concordia und rotschaliger Laura-Kartoffeln (beide vorwiegend festkochend) waren zuvor mit Traktoren aus dem Erdreich gewühlt worden.

Unter den freiwilligen Feldarbeitern war auch die 86-jährige Ingrid Chutsch. In einem der Dörfer in der Umgebung geboren, lebt die rüstige Seniorin in Dresden: "Ich kann ohne Feldkartoffeln einfach nicht leben."

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25 Kilo sammelte die Seniorin, die Hälfte für sich, die andere für ihre Familie. Seit Jahren geht auch Sören Ohlrich (64) für die Kartoffelernte aufs Feld.

Gleich 100 Kilo hat er gesammelt: "Sind alles Concordia, weil's einfach besser schmeckt." Einen Teil verstaut er in seinem Keller, ein Teil ist auf Bestellung gesammelt.

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Hunderte pflückten gestern auf dem Feld der Agrargenossenschaft Reinholdshain Concordia und rotschalige Laura-Kartoffeln.  © Norbert Neumann
Sören Ohlrich (64) sammelte insgesamt 100 Kilogramm ein. Die eine Hälfte für den Keller, die andere für Freunde.  © Norbert Neumann
Mit stolzen 86 Lenzen sammelte Ingrid Chutsch auch für ihre Familie Kartoffeln.  © Norbert Neumann

Am Freitag gibt es noch einmal die Chance, Feldkartoffeln zu sammeln

Traktoren mit Anhängern roden die begehrten Knollen aus dem Erdreich.  © Norbert Neumann

Jörg Weinhold (35) ist Vorstands-Chef der Agrargenossenschaft Reinholdshain, hat anlässlich des Jubiläums Bierwagen, Grill und Dixi-Klo bereitgestellt.

Die Ernte sei auch Öffentlichkeitsarbeit: "Wir bereichern uns nicht. Das ist eine Bereicherung für alle, weil wir so auch ein Stück Landwirtschaft näherbringen können."

Zudem sei es geschmacklich "ein Riesenunterschied", ob die Kartoffel aus dem Markt oder vom Feld käme. Noch im vergangenen Jahr gab das Feld rund 37 Tonnen Kartoffeln her.

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Aufgrund der wenigen Niederschläge in diesem Jahr rechnet der Landwirt mit rund 7 Tonnen weniger: "Ein Sack sind 25 Kilo und das ist das Minimum. Ich habe Leute auch mal gesehen, die mit 30 Säcken weggefahren sind."

Bei einem Kilopreis von 60 Cent und der Frischegarantie sei dieses Angebot auch "kaum zu toppen". Tipp: Am Freitag von 8 bis 15 Uhr gibt es noch einmal die Chance, Feldkartoffeln auf dem Acker an der Fiebigstraße Oberhäslich zu sammeln.

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