Sachsen hustet sich in die Ferien: Dauerfrost treibt Influenzawelle an

Leipzig - Sachsen schnieft, hustet und fiebert! Ausgerechnet zu Ferienbeginn schwappt eine Influenza-Welle durch den Freistaat, füllt die Arztpraxen, leert Büros und Werkhallen. Die Frostperiode ist nicht ganz unschuldig an der Situation.

2033 infektbedingte Arztbesuche je 100.000 Einwohner führt das RKI in seiner aktuellen Statistik auf - es scheint, als würde halb Sachsen derzeit verschnupft im Bett liegen.  © picture alliance / Maurizio Gambarini/dpa

Das Wartezimmer von Dr. Torben Ostendorf (49) ist in diesen Tagen gut gefüllt. "Seit Jahresbeginn haben wir eine konstant hohe Zahl an Atemwegserkrankungen, das ist aber normal in dieser Jahreszeit", sagt der in Leipzig praktizierende Chef des Sächsischen Hausärzteverbandes.

Vor allem die Grippe dominiere das Geschehen. "Es sind aber zumeist milde Verläufe", so Ostendorf.

Die Wahrnehmung des Hausarztes findet sich auch im Wochenbericht der sächsischen Landesuntersuchungsanstalt (LUA) wieder.

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Die Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen (Atemwege) in der Bevölkerung sei in der 5. Kalenderwoche weiter gestiegen, befinde sich auf einem hohen Niveau und beruhe vor allem auf der Zirkulation von Influenzaviren, heißt es im gestern veröffentlichten Influenza-Sentinel.

Und weiter: "Mittlerweile sind alle Altersgruppen betroffen, wobei anteilig vor allem bei Kleinkindern und Grundschülern Infektionen diagnostiziert werden, aber auch viele ältere Erwachsene erkranken."

Seit Beginn der Grippe-Saison (40. KW) seien im Freistaat bislang 95 Influenza-Todesfälle nachgewiesen worden, so die LUA. Die 45 Frauen und 50 Männer waren im Alter zwischen 58 und 100 Jahren.

Corona spielt beim hiesigen Infektionsgeschehen dem Bericht zufolge kaum noch eine Rolle. Dafür gibt es einen deutlichen Anstieg bei RSV-Infektionen (Atemwegsvirus, das unter anderem akute Bronchitis auslöst).

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Dr. Torben Ostendorf (49) ist Chef des Sächsischen Hausärzteverbandes. In seiner Leipziger Praxis behandelt er derzeit zahlreiche Atemwegsinfekte.  © PR/HAEV

Viren lieben frostiges Winterwetter und trockene Luft

Wegen Krankheit geschlossen - die Grippewelle sorgt in vielen Betrieben zusätzlich zu den Ferien für massive Personalnot.  © imago/Manfred Segerer

Laut LUA-Bericht stiegen die Fallzahlen gegenüber der Vorwoche um 37 Prozent an - 454 gemeldete Fälle kamen neu hinzu. Und es gab den ersten RSV-Todesfall.

Im Landkreis Zwickau verstarb ein 81-Jähriger infolge einer Doppelinfektion mit RSV und Pneumokokken an Pneumonie und Multiorganversagen.

Das Robert-Koch-Institut führt Sachsen mit 2033 Arztbesuchen je 100.000 Einwohner aktuell auf Platz fünf bei der Häufigkeit von Atemwegsinfektionen. Damit liegt der Freistaat deutlich über dem Bundesschnitt (1912).

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Und was sind die Ursachen der aktuellen Grippe-Welle? Eine ist die anhaltende Frostperiode. "Die infektionsauslösenden Viren überleben bei niedrigen Temperaturen und geringer Luftfeuchtigkeit besser und können sich effizienter ausbreiten", erklärt Sören Granzow vom sächsischen Gesundheitsministerium.

Zudem halten sich die Menschen bei dieser Kälte mehr in Innenräumen auf, wo gerade bei schlechter Belüftung das Übertragungsrisiko durch Tröpfcheninfektion massiv ansteigt.

Granzow: "Die kalte Außenluft und trockene Heizungsluft lassen die Schleimhäute in Nase und Rachen zudem austrocknen. Dadurch können sie Krankheitserreger nicht mehr effektiv abwehren."

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