Sachsens Bauern öffnen ihre Höfe - dabei haben sie aktuell einige Sorgen

Dresden - Zwischen Kühen, Heuballen und Traktoren: Anlässlich des "Tags des offenen Hofes" laden sächsische Landwirte an diesem Wochenende Interessierte nach Clausnitz (Osterzgebirge), Hirschstein (Meißen) und Radebeul auf ihre Höfe ein. Neben Stallführungen gibt es dort auch viele regionale Produkte zu entdecken - von der Ernte bis ins Supermarktregal.

Während der Aktionstage zeigen die Bauern, wie sie mit ihren Tieren umgehen. (Symbolfoto)  © IMAGO/MASKOT

"Die Veranstaltung gibt es in Sachsen bereits seit 2001 - in diesem Jahr beteiligen sich rund 54 Betriebe an der Aktion", erklärt Alin Rößler, Sprecherin des Sächsischen Landesbauernverbandes.

Doch nicht nur die Landwirte im Freistaat profitieren von dem regionalen Event: "Jedes Jahr besuchen rund 70.000 bis 80.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Höfe."

Ziel sei es dabei, den kleinen sowie großen Besuchern einen "realen Einblick" hinter die Kulissen der landwirtschaftlichen Urproduktion zu ermöglichen. Zusätzlich sollen Verbraucher und Bauern die Möglichkeit erhalten, miteinander ins Gespräch zu kommen.

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Gleichzeitig nutzen viele Landwirte die Gelegenheit, um auf die aktuellen Herausforderungen der Branche aufmerksam zu machen.

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Bei den Mitmach-Aktionen erfahren Interessierte hautnah alles rund um den Ackerbau und die Ernte. (Symbolfoto)  © picture alliance/dpa
Zum Auftakt des "Tag des offenen Hofes" können die Besucher unzählige Tiere bestaunen. (Symbolfoto)  © imago images/Countrypixel
Von historischen Maschinen bis hin zur neuesten Landwirtschaftstechnik - auf den Höfen gibt's einiges zu sehen.  © picture alliance / Hauke-Christian Dittrich

Deutsche Landwirte kämpfen gegen hohe Betriebskosten

Bereits Anfang des Jahres machte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes Joachim Rukwied (64) auf die Herausforderungen der lokalen Landwirte aufmerksam.  © picture alliance/dpa

Vor allem hohe Energie- und Betriebskosten sowie steigende Futtermittel-Preise setzen zahlreiche Betriebe wirtschaftlich zu. "Mit jeder Tonne Weizen, die der Landwirt derzeit verkauft, fährt er Verluste ein", betont Joachim Rukwied (64), Präsident des Deutschen Bauernverbandes.

Während Brotweizen im vergangenen Jahr noch 201 Euro pro Tonne einbrachte, sind es in diesem Jahr nur noch 169 Euro - ein Rückgang von fast 16 Prozent. Auch der Weinbau kämpft aktuell ums Überleben.

"Die Branche steht vor strukturellen Herausforderungen: Saisonarbeitskräfte sind immer schwerer zu finden, gleichzeitig übersteigen die Lohnkosten in vielen Betrieben die erzielbaren Erlöse."

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Nichtsdestotrotz steht am "Tag des offenen Hofes" vor allem der persönliche Austausch im Vordergrund. Interessierte können bereits am Samstag (ab 10 Uhr) in Clausnitz und Hirschstein zahlreiche Highlights erleben - von Regionalmärkten, Tiergehege und Busrundfahrten bis hin zu moderner Landtechnik.

Am Sonntag öffnen dann die Bauernhöfe in Radebeul ihre Pforten und laden mit einem bunten Familienprogramm zum Entdecken ein. Weitere Infos: www.offener-hof.sachsen.de

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