Sachsens Teenager werden immer dicker: Ein Geschlecht ist stärker betroffen

Dresden - Cola, Burger, stundenlange Zockerei - das moderne Leben lässt die jungen Sachsen immer dicker werden. Vor allem männliche Pubertiere haben immer mehr Speck auf den Hüften, wie die aktuelle Kinderatlas-Studie der Barmer Krankenkasse dokumentiert.

Wer als Jugendlicher schon solch eine Plauze hat, läuft Gefahr, im Erwachsenenalter schwere gesundheitliche Probleme zu bekommen.
Wer als Jugendlicher schon solch eine Plauze hat, läuft Gefahr, im Erwachsenenalter schwere gesundheitliche Probleme zu bekommen.  © imago/photothek

Im Sommer wird es im Straßenbild wieder sichtbarer werden: Immer mehr junge Sachsen gehen auseinander wie Hefeklöße. Den subjektiven Eindruck untermauern jetzt die Zahlen des Barmer-Kinderatlas.

Rund 3,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre gelten im Freistaat als krankhaft fettleibig. Das sind mehr als 18 600 Heranwachsende mit Diagnose Adipositas!

Damit liegt Sachsen über dem Bundesschnitt (3,1 Prozent). Im Jahr 2013 lag die Rate im Freistaat noch bei 2,8 Prozent. Besonders heftig haben Jungs im klassischen Pubertäts-Alter zugelegt.

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Während der Anteil der Fettleibigen bei den 13- bis 14-jährigen Mädchen seit 2013 um knapp acht Prozent abnahm, legte er bei den Jungen um 30 Prozent zu!

Fast Food ist bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Macht dauerhaft aber auch dick.
Fast Food ist bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Macht dauerhaft aber auch dick.  © imago/Geisser
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Eltern müssen mitmachen

Claudia Beutmann (39) ist Chefin der Krankenkasse Barmer in Sachsen.
Claudia Beutmann (39) ist Chefin der Krankenkasse Barmer in Sachsen.  © PR

Eine besorgniserregende Entwicklung, findet auch Sachsens Barmer-Chefin Claudia Beutmann (39): "Wer im Jugendalter zu dick ist, bleibt es meist auch als Erwachsener."

Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, orthopädische Probleme und Depressionen seien langfristige Folgen.

Um die zu vermeiden, seien ein gesundes Gewicht und ausreichend Bewegung bereits in jungen Jahren wichtig, sagt Beutmann. Und meint: "Dabei haben auch Eltern eine wichtige Vorbildfunktion."

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Doch warum legen nun ausgerechnet pubertierende Jungs - für die amtierende Bundespolitik ja die künftigen Landesverteidiger - dermaßen zu?

Sport und viel Bewegung im Alltag sind wichtig für ein gesundes Wachstum im Kindes- und Jugendalter.
Sport und viel Bewegung im Alltag sind wichtig für ein gesundes Wachstum im Kindes- und Jugendalter.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Jungs hängen länger an der Konsole

Auch lange Bildschirmzeiten beim Gaming können durch den Bewegungsmangel letztlich für Übergewicht sorgen.
Auch lange Bildschirmzeiten beim Gaming können durch den Bewegungsmangel letztlich für Übergewicht sorgen.  © 123RF/nuevoimg

Im Barmer-Bericht heißt es dazu: "Vermutlich kommen bei ihnen mehrere Faktoren zusammen. Während der Pubertät nimmt ihre Muskel- und Körpermasse schneller zu, wodurch der Energiebedarf steigt. Wird dieser vermehrt durch zucker- und energiereiche Ernährung gedeckt, begünstigt das eher Übergewicht. Zusätzlich konsumieren Jungen häufig größere Essensportionen sowie mehr Softdrinks und Fast Food."

Außerdem verbringen die Herren dieses Alters weit mehr Zeit vor Bildschirmen, als die Damen - bevorzugt beim Gaming.

Mädchen stehen laut Barmer zudem eher unter "Körperbilddruck", weshalb sie oft ein stärker gesundheitsorientiertes Essverhalten zeigen.

Titelfoto: Bildmontage: imago/photothek, PR

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