Nach verheerendem Unwetter: Hubschrauber-Spektakel über Sächsischer Schweiz

Rathen - Ein Helikopter wird zum Holztransporter! Rund um Rathen fliegen jetzt tonnenschwere Baumstämme aus dem Sturmgebiet. Wochen nach dem verheerenden Unwetter beginnt damit die spektakulärste Phase der Aufräumarbeiten.

Der schnelle Abtransport der Bäume aus dem Wald soll auch die Ausbreitung des Borkenkäfers verhindern.  © Norbert Neumann

Am 31. Juli hatte eine heftige Fallböe rund um den Kurort eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Tausende Bäume wurden umgerissen, Wege versperrt, ein Mensch kam ums Leben. Besonders schwierig ist die Lage rund um Amselsee und Felsenbühne – schwere Technik kommt dort kaum hin.

Deshalb schwebt jetzt ein Hubschrauber über dem Wald. Die österreichische Firma "Wucher" fliegt Stämme und Baumkronen zum rund 1,6 Kilometer entfernten Ablageplatz am Gamrigparkplatz. Bis zu eine Tonne kann der Heli pro Flug aufnehmen, getankt werden muss etwa alle 40 Minuten. Am Tag werden rund 150 Flüge gemacht.

Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch (55, CDU) ist erleichtert, dass es losgeht: "Insgesamt freue ich mich, wieder hier zu sein." Direkt nach dem Sturm habe er sich bereits vor Ort ein Bild gemacht.

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"Das Kopfkino ging sofort los, wie man das möglichst schnell wieder in Ordnung bringen kann", erinnert er sich.

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Einer der Stämme hängt am Haken und kann ausgeflogen werden.  © Norbert Neumann

Mindestens 15 Tage sollen die Flugarbeiten dauern

Minister von Breitenbuch (55, CDU) betonte, wie wichtig es ist, dass bei den Aufräumarbeiten niemand zu Schaden kommt.  © Norbert Neumann

Thomas Rother, Abteilungsleiter Forstbetrieb bei Sachsenforst, erklärt, warum der ungewöhnliche Einsatz rund um Amselsee und Felsenbühne nötig ist: "Wir kommen mit schwerer Technik nicht dorthin." Der Hubschrauber sei die einzige Option.

Einige Wege konnte man recht schnell freiräumen und auch der Amselsee selbst sieht schon deutlich besser aus. "Das war schon eine dramatische Situation. Uns geht es jetzt darum, die Infrastruktur so schnell wie möglich sicherzustellen und den Schaden sicher aufarbeiten zu können."

Am Gamrigparkplatz übernehmen anschließend Harvester die Stämme. Das Holz wird für den Abtransport vorbereitet und soll schnell zu den Holzkunden gebracht werden.

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Mindestens 15 Tage sollen die Flugarbeiten dauern. Wege und Straßen werden deshalb flexibel gesperrt, wenn der Hubschrauber einschwebt. Die Waldsperrung im eigentlichen Gefahrenbereich bleibt bestehen.

Harvester bereiten die Stämme für den Abtransport vor.  © Norbert Neumann

Hinter Hubschrauber-Spektakel steckt Wettlauf gegen die Zeit

Für die Landesbühnen Sachsen ist das schnelle Handeln besonders wichtig. Geschäftsführer Manuel Schöbel sagt mit Blick auf die Felsenbühne: "Wir hoffen, dieses wunderschöne Erholungsgebiet so bald wie möglich wieder in Gesamtheit präsentieren zu können".

Doch hinter dem Hubschrauber-Spektakel steckt ein Wettlauf gegen die Zeit. "Es geht uns auch darum, das Gebiet so schnell wie möglich wieder für Touristen attraktiv zu machen", so Rother.

Genaue Summen, wie viel die kostspielige Beräumung kostet, könne man dabei noch nicht abschätzen.

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