Hohnstein - Eine hochgefährliche und unüberlegte Aktion hat in der Sächsischen Schweiz gleich sechs Menschen ins Krankenhaus befördert, darunter vier Kinder.
Unter Atemschutz drangen Einsatzkräfte der Feuerwehr am Dienstagabend in ein Einfamilienhaus nahe der Burg in Hohnstein ein. Dort, direkt am Markt, hatte gegen 21 Uhr der Kohlenstoffdioxid-Melder Alarm geschlagen - aus unglaublichem Grund.
Wie die Freiwillige Feuerwehr Hohnstein nach dem Rettungseinsatz auf Facebook mitteilte, hatten sechs Personen innerhalb des Gebäudes gegrillt!
Ein Sprecher der Polizeidirektion Dresden erklärte gegenüber TAG24 am Mittwochmorgen, dass es sich dabei um eine Familie gehandelt hatte, die in ihrem Wohnzimmer unter der Verwendung von Holzkohle Essen zubereitet hatte. Kurze Zeit später klagten sie über Unwohlsein.
Durch diese unüberlegte Aktion hatte sich das gefährliche Gas Kohlenmonoxid im gesamten Gebäude verbreitet.
Der Vater (57), die Mutter (49) sowie ihre zwei Söhne (11, 13) und ihre zwei Töchter (11, 21) wurden allesamt verletzt. Sie wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert.
Der Holzkohlegrill wurde von den Kameraden umgehend nach draußen geschafft. Die Räumlichkeiten wurden anschließend belüftet.
Die Polizei hat unterdessen ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den verantwortlichen Grillmeister - den 57-jährigen Vater - eingeleitet.