Saisonarbeiter verzweifelt gesucht! Hilfe, wer holt unsere Ernte ein?
Dresden - Erdbeeren, Spargel, Äpfel: Landwirte suchen in der gerade gestarteten Erntezeit verzweifelt nach Saisonarbeitern. Aber auch sonst fehlen in Sachsen Arbeitskräfte in der Landwirtschaft.
"Es wird für uns immer schwerer, Mitarbeiter zu finden. Die teilweise schwere körperliche Arbeit und der ländliche Raum machen landwirtschaftliche Berufe für viele unattraktiv", sagt Thomas Emmrich (42), Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Naundorf-Niedergoseln bei Oschatz (Nordsachsen).
Sein Betrieb hat 91 Mitarbeiter. Angebaut werden Weizen, Gerste, Raps und Hopfen. "Wir sind stetig auf der Suche nach Mitarbeitern", so Emmrich.
Seit Jahren sinkt die Zahl der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft. Nach Angaben der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit sind aktuell rund 16.000 Menschen in rund 2000 landwirtschaftlichen Betrieben beschäftigt. Das sind 4000 weniger als noch vor zehn Jahren.
Während der Anteil deutscher sozialversicherungspflichtig Beschäftigter sinkt, steigt der Anteil von Ausländern. Sie kommen vor allem aus Rumänien, Polen, Bulgarien und Tschechien. Ihr Anteil hat sich von 636 auf 1360 Menschen verdoppelt.
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Saisonarbeitskräfte entscheidend für Betrieb
Der Bedarf an Saisonarbeitern ist von April bis September besonders hoch. In Sachsen waren im September 2025 rund 4 000 Menschen als Saisonarbeiter beschäftigt, so die Arbeitsagentur.
Neben den Arbeitskräften bereitet den Landwirten aber auch der gestiegene Mindestlohn Sorgen.
Doch ein Vorstoß der Bundes-CDU, den Mindestlohn für Saisonarbeiter zu senken, blieb bisher ohne Ergebnis.
Bei Emmrich sind aktuell 15 Saisonarbeitskräfte beschäftigt, hauptsächlich aus Rumänien.
Ohne sie wäre der Betrieb aufgeschmissen. "Wir brauchen Saisonarbeitskräfte nicht nur für die Ernte, sondern auch für Pflegearbeiten rund um den Betrieb."
Titelfoto: picture alliance/Armin Weigel/

