Wenn Kinder von ihren Eltern wegmüssen: Deshalb sind Pflegefamilien so wichtig
Freiberg - Es ist keine leichte Situation, weder für die Kinder noch für die Erwachsenen! Egal warum Kinder aus ihren leiblichen Familien genommen werden, sie brauchen in der Folgezeit viel Unterstützung, Nähe und eine Art Zufluchtsort. Der Landkreis Mittelsachsen sucht nach Pflegeeltern und informiert bei einer Veranstaltung in Stollberg über das Thema.
Ein Pflegekind aufzunehmen ist nicht dasselbe wie Adoption. Die Kinder kommen zeitweise in neue Familien. Oft stammen sie aus schwierigen Lebensumständen, waren Konflikten ausgesetzt und sind traumatisiert. Je nach Vorgeschichte bedeutet das, dass man Pflegekindern gegenüber viel Geduld und Zuwendung aufbringen muss und sie möglicherweise auch Förderung brauchen.
Wenn die leiblichen Eltern aber wieder in der Lage sind, sich um ihre Kinder zu kümmern, können diese auch zu ihnen zurückkehren. Darauf müssen sich Pflegeeltern einstellen.
"Jedes Kind ist eine Wundertüte, Pflegekinder manchmal etwas mehr", so beschreibt es Pauline Rother vom Pflegekinderdienst und weiter erklärt sie: "Eltern, deren Kinder in Pflegefamilien leben, sind keine bösen Menschen."
Manchmal ist eine Rückkehr zu den eigenen Eltern nicht möglich, dann können Pflegefamilien auch ein dauerhaftes Zuhause für die Kinder werden. Oder die Kinder werden zur Adoption freigegeben.
Landkreis lädt zu Info-Abend ein
Der Landkreis Mittelsachsen sucht nach Menschen, die sich vorstellen können, ein Pflegekind aufzunehmen. Dabei ist es egal, ob man allein ist oder als Paar zusammenlebt. Interessierte können sich jederzeit beim Pflegekinderdienst des Jugendamtes beraten lassen oder einen Info-Abend besuchen.
Der nächste Termin für einen Informationsabend ist am 11. Juni um 17 Uhr im Landratsamt in Freiberg (Frauensteiner Straße 43, Zimmer 003).
Wer sich nicht sicher ist, ob er ein Pflegekind aufnehmen kann, kann sich auch als Familienpate ehrenamtlich engagieren und Familien Unterstützung und Entlastung im Alltag bieten.
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