Chemnitz/Zwickau - Sachsen ist ein Land der Denker und Erfinder. "fit"-Spülmittel aus Chemnitz ist bekannt, aber auch das "Fewa"-Vollwaschmittel und die Ampelfrau kommen aus der Region Südwestsachsen.
Das Spülmittel, das seine markante Flasche den Konturen vom Roten Turm verdankt, wurde 1954 in Karl-Marx-Stadt im VEB Fettchemie entwickelt. Die Flasche selbst allerdings erst 14 Jahre später – während der DDR-Zeit arbeiteten bis zu 450 Personen in dem Unternehmen im Drei-Schicht-Betrieb. Etwa 85 Prozent des Spülmittelbedarfs der damaligen Zeit wurden damit abgedeckt.
Die Produktion wurde zwar später nach Hirschfelde verlegt – wo es auch heute noch hergestellt wird –, aber schon allein durch die ikonische Flaschenform wird diese Erfindung immer mit der Region verbunden sein.
Laut Wikipedia liegt der Marktanteil von "fit" in Ostdeutschland übrigens noch immer bei 36 Prozent, in Gesamtdeutschland bei 14,1 Prozent.
Erstes Feinwaschmittel kam aus Chemnitz
Die Chemnitzer scheinen schon immer ein sehr reinlicher Menschenschlag gewesen zu sein. Mehr als 20 Jahre vor "fit" wurde in der Stadt "Fewa"-Feinwaschmittel entwickelt. Es war damit 1932 das erste vollsynthetische Waschmittel der Welt. Das Waschmittel wurde ein großer Erfolg und das Unternehmen, das es herstellte, die Böhme AG, lagerte die Produktion schon 1935 in die Böhme-Fettchemie GmbH aus, welche ein Tochterunternehmen des Henkel-Konzerns war.
Das Nachfolgeunternehmen, die VEB Fettchemie, stellte das Waschmittel bis 1992 her. Damals wurde das Unternehmen endgültig liquidiert. Übrigens wird in Österreich noch immer ein Feinwaschmittel mit dem Namen "Fewa" vertrieben, in Deutschland heißt es "Perwoll".
Der Chemnitzer Erfindergeist geht aber noch viel weiter in die Vergangenheit zurück. 1834 erfand Carl Friedrich Uhlig die Chemnitzer Konzertina, die mit ihrem rechteckigen Korpus heute als Vorläufer des Bandoneons gilt.
Nähverfahren eroberte von Limbach die Welt
Was Erfindungen angeht, lohnt sich auch ein Blick über die Chemnitzer Stadtgrenzen hinaus. Seit den 1950er-Jahren gibt es mit "Malimo" ein Nähwirkverfahren, das von Limbach-Oberfrohna aus die Welt erobert hat. "Malimo" ist dabei eine Abkürzung für Mauersberger Limbach-Oberfrohna und geht auf den Erfinder des Verfahrens, Heinrich Mauersberger, zurück. Sein Nähwirkverfahren – das Malimo-Verfahren – wurde laut Wikipedia 1949 patentiert.
Die jüngste Erfindung, die weit über die Region bekannt wurde, ist die Ampelfrau. Sie wurde 2004 in Zwickau entwickelt. Auch wenn oft als Klischee verschrien, wird die Ampelfrau meist mit Rock oder Kleid und Zöpfen dargestellt.
Modernere Varianten zeigen sie auch im Hosenanzug.