Schwere Verbrennungen nach Unfall: So kämpfte sich ein 19-jähriger Sachse zurück in den Alltag

Halle (Saale)/Leipzig - Im Juni 2023 veränderte sich die Welt eines 19-Jährigen aus Sachsen schlagartig. Bei einem Verkehrsunfall erlitt er schwere Verbrennungen an den Händen, Beinen, Rumpf, am Gesicht und am Hals. An beiden Händen mussten ihm Finger amputiert oder teilamputiert werden.

Für den 19-Jährigen wurde eine individuell angepasste Fingerprothese hergestellt.  © Orthovital GmbH

Dank modernster Medizin konnte der Mann sich wieder zurück in den Alltag kämpfen. Das berichtete die Pressesprecherin der Fachmesse "OTWorld" am Mittwochmorgen.

Spezialisten aus Halle (Saale), Bad Klosterlausnitz und dem Markkleeberger Sanitätshaus Orthovital arbeiteten monatelang eng zusammen, um dem 19-Jährigen ein Stück Normalität zurückzugeben.

Zuerst wurde in mehreren Operationen abgestorbenes Gewebe entfernt und Haut transplantiert. Bei einer Reha wurden dann weitere Methoden angewendet, um die Wundheilung des jungen Mannes zu fördern und Bewegung, Kondition und Kraft wieder aufzubauen.

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"In einer frühen Phase der Rehabilitation wurde zudem mit dem Orthopädietechnik-Team besprochen, was orthopädietechnisch möglich ist", beschrieb Dr. Hans Ziegenthaler, Facharzt für physikalische und rehabilitative Medizin an der Moritz Klinik in Bad Klosterlausnitz.

Unter anderem wurde eine besondere Fingerprothese für den jungen Sachsen angefertigt. "Der junge Mann kann die drei Finger an seiner linken Hand aktiv beugen und erreicht mit dem Daumen die Fingerspitzen", so Orthopädietechnikmeister Frank Naumann vom Markkleeberger Sanitätshaus Orthovital stolz.

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Der 19-Jährige bekam eine besondere Gesichtsmaske

Mehrere Spezialisten arbeiteten daran, den 19-Jährigen wieder in den Alltag zurückzubringen. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa

Die Prothese ist aber nur eine Maßnahme. "Bei der Behandlung von Verbrennungen muss man für die Nachbehandlung und Rehabilitation eine sehr viel längere Zeit einplanen als bei anderen Unfallverletzungen", sagte Dr. Hans Ziegenthaler.

Der 19-Jährige musste außerdem 23 Stunden am Tag und sieben Tage pro Woche Kompressionskleidung tragen, bis die Narben nach bis zu 24 Monaten abgeheilt waren.

Für die Verbrennungen im Gesicht wurde extra eine passende Maske angefertigt. Dafür wurde das Gesicht des Mannes genau gescannt und die Materialien passgenau auf seine Konturen gesetzt. Die technischen Herausforderungen sind groß, weil die Maske auch nicht zu schwer sein darf. Letztendlich trug der 19-Jährige sie ein Jahr lang.

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Dass ihm so gut geholfen wurde , ist keine Selbstverständlichkeit, denn es braucht eine große Expertise auf den Fachgebieten, eine gute Zusammenarbeit zwischen Spezialisten und die notwendige Auseinandersetzung mit der sich stetig verändernden Technik.

Fachbesucher können sich darüber unter anderem genauer bei der "OTWorld" in Leipzig austauschen, die vom 19. bis 22. Mai stattfindet.

Orthopädietechniker, Reha-Techniker, Fachhändler, Physiotherapeuten und Mediziner aus über 90 Ländern kommen zusammen, um Ideen zu diskutieren und die Versorgung zu verbessern. Weitere Infos dazu findet Ihr hier.

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