"Eingesperrt im Zug": Das sagt die MRB zur Evakuierung nach tödlichem Unfall

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Bobritzsch-Hilbersdorf - Ein tragischer Unfall und stundenlange Wartezeiten: Am Samstag musste ein Zug der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) auf der Fahrt in Richtung Dresden evakuiert werden. Eine belastende Situation für die Fahrgäste, die nun Vorwürfe erheben.

Nach einem tödlichen Unfall saßen Passagiere rund vier Stunden in einem MRB-Zug fest. (Archivfoto)
Nach einem tödlichen Unfall saßen Passagiere rund vier Stunden in einem MRB-Zug fest. (Archivfoto)  © Maik Börner

Gegen 6.40 Uhr war ein Regionalexpress am Haltepunkt Muldenhütte mit einer Person kollidiert, wie ein Sprecher der Bundespolizei auf TAG24-Anfrage mitteilte. Beide Gleise mussten nach dem tödlichen Unfall gesperrt werden. Etwa 40 Fahrgäste saßen daraufhin im Zug fest. Nachfolgende Züge wurden umgeleitet.

Eine Betroffene berichtete TAG24: "Wir saßen über vier Stunden eingesperrt im Zug, ungewiss, wie es weitergeht, jegliche Infos waren schwammig und keiner hatte von irgendwas einen Plan." Außerdem sollen Passagiere auf den Toiletten geraucht haben, was die ohnehin schon stickige Luft im Zug noch zusätzlich verschlechterte.

Die Mitteldeutsche Regiobahn bestätigte, dass der Aufenthalt der Fahrgäste tatsächlich rund vier Stunden dauerte. "Hintergrund war die Entscheidung der Einsatzleitung, die Reisenden zunächst im Zug zu belassen und eine Evakuierung erst dann vorzunehmen, wenn Busse zur Weiterbeförderung bereitstanden. Grund dafür war die besondere Lage vor Ort: Unmittelbar am Bahnsteig befanden sich Unfallfolgen, sodass eine frühere Evakuierung aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes und der Sicherheit nicht vertretbar war."

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Zudem habe sich die Bereitstellung der Busse verzögert und der Fahrer musste sich vor Ort erst orientieren.

Durchsagen von Betreuern

Aber die Betreuer im Zug hätten, laut MRB, fortlaufend Durchsagen gemacht und die Fahrgäste über den jeweiligen Stand informiert. "Sollten diese Informationen dennoch als nicht ausreichend wahrgenommen worden sein, entschuldigen wir uns dafür", so ein Pressesprecher. Hinweise auf Raucher auf den Zugklos habe es nicht gegeben. Ohnehin sei das Rauchen in den Zügen nicht gestattet.

Doch nicht nur für die Passagiere ist so ein Unglück belastend, sondern auch für die Mitarbeiter. Um in solchen außergewöhnlichen Situationen bestmöglich handeln und auf die Fahrgäste eingehen zu können, wird das Zugpersonal regelmäßig geschult und nimmt zudem an Notfall- und Einsatzübungen teil.

Titelfoto: Maik Börner

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