Selbstfahrende Öffis: Leipzig wird bundesweit zur Modellregion

Leipzig - Dass der Bus ohne Fahrer durch die Straßen rollt, soll in Sachsen bald an einigen Stellen Normalität werden. Dafür wurden nun 9,5 Millionen Euro Fördergeld von der Europäischen Kommission und dem Freistaat bereitgestellt. Sachsen und vor allem Leipzig sollen dabei zur Modellregion werden. Das Projekt trägt den Namen "Sächsische Initiative Automatisierter Shuttle im ÖPNV" (kurz SIAS-ÖV).

Mit der Fördermittelbescheidübergabe im Beisein von u.a. Wirtschaftsminister Dirk Panter (52, SPD, 2.v.l.) sollen Projekte zum autonomen Fahren gefördert werden.  © Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz

In Rackwitz im Landkreis Nordsachsen fährt bereits ein fahrerloser automatisierter Shuttlebus namens FLASH. Dabei handelt es sich momentan um ein Pilotprojekt.

Weitere dieser Art sollen folgen, wie die Stadt Leipzig am Dienstag mitteilte. Demnach sollen sie eine Ergänzung für den bestehenden ÖPNV sein. "Im Portfolio der Leipziger Verkehrsbetriebe sollen die Fahrzeuge künftig flexibel eingesetzt werden, beispielsweise für On-Demand-Angebote als Zubringer zu Straßenbahn- und Buslinien", hieß es in einer offiziellen Mitteilung.

Vor allem in ländlichen Regionen sollen sie die Erreichbarkeit verbessern. Wirtschaftsminister Dirk Panter (52, SPD) betonte bei der Übergabe des Fördermittelbescheids am Montag, dass man sächsische Unternehmen stärken wolle und sich Gleichzeit an die demografischen Herausforderungen anpassen wolle.

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Der zunehmenden Fahrermangel, steigende Betriebskosten sowie veränderte Mobilitätsbedürfnisse gehören zu weiteren großen Problemen der Branche.

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Die Leipziger Verkehrsbetriebe wollen die "Flexa"-Shuttle irgendwann autonom fahren lassen

Die Leipziger Verkehrsbetriebe möchten das On-Demand-Angebot "Flexa" in Zukunft gern mit autonomen Fahrzeugen verbinden.  © Leipziger Gruppe

Das Projekt soll eine Grundlage erschaffen, auf deren Basis weitere Pilotprojekte und später dann auch ein Transfer in den Regelbetrieb entstehen kann. Mitte 2028 sollen Ergebnisse vorliegen, die der Freistaat dann weiter nutzen möchte.

Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) befürworten das Projekt und verweisen darauf, wie der autonome ÖPNV in anderen Ländern bereits stark genutzt wird.

"Strategisch wollen wir unser beliebtes On-Demand-Angebot Flexa mit autonomen Fahrzeugen zusammenbringen. Ziel ist bezahlbare Mobilität und weiter verbesserte Erschließung als Daseinsvorsorge", erklärte Ulf Middelberg, Sprecher der Geschäftsführung der LVB.

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Bis die Fahrzeuge komplett ohne einen Fahrer auskommen, wird aber erst mal noch weiter getestet.

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