Sebnitz (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) - Außergewöhnliche Sichtung in Sachsen: Einem Autofahrer ist ein Albino-Reh vor die Linse gelaufen!
Gemeinsam mit seinen Kumpels war ein Mann, der gerne anonym bleiben möchte, am Donnerstag in Tschechien wandern. Nach dem Ausflug und dem Verzehr von ein paar Bierchen kam auf dem Rückweg ein weiterer Höhepunkt dazu!
Kurz hinter dem Grenzübergang, in einem Waldgebiet bei Sebnitz, erblickte er gegen 18 Uhr ein vollkommen weißes Reh. Umgehend zückte er seine Handy-Kamera und filmte aus dem Auto heraus.
"Ich habe zuerst gezweifelt, ob es vielleicht ein Schaf ist", erklärte der Entdecker gegenüber TAG24 am Freitag schmunzelnd. Er schilderte weiter, dass sich das besondere Tier nicht hat stressen lassen: "Es war nicht scheu, hat einfach weiter gefressen." Insbesondere die roten Augen des Albinos sind ihm in Erinnerung geblieben.
Für ihn persönlich könnte das Albino-Reh dabei ein gutes Omen sein: Nach seiner Sichtung machte er sich im Internet schlau und fand heraus, dass dies ein "Glücksbringer" sein könnte. Da er sich erst vor wenigen Tagen den Arm ausgekugelt hatte und am Samstag deshalb zum MRT muss, scheint eine positive Diagnose quasi vorherbestimmt.
Doch was hat es eigentlich mit dem Albino-Reh auf sich?
"Spielart der Natur": Albino-Reh in Sachsen gesichtet
Darüber, wie viele solcher seltenen Rehe im Freistaat leben, gibt es "keine gesicherten Daten", wie ein Sprecher vom Staatsbetrieb Sachsenforst gegenüber TAG24 erläuterte.
Er bezeichnete die für ein Reh ungewöhnliche Fellfarbe als eine "Spielart der Natur", die sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringt.
Während die Jäger Albino-Rehe aufgrund ihrer Besonderheit meist verschonen würden, sind sie dagegen für ihre natürlichen Feinde - wie dem wieder in Sachsen angesiedelten Wolf - deutlich besser zu erkennen, als ihre bräunlich gefärbten Artgenossen.
Evolutionär betrachtet ist weiße Farbe also definitiv ein Nachteil. Rein optisch, aus menschlicher Sicht, aber sicher beeindruckend anzuschauen.
Albinismus wird dabei durch eine Stoffwechselstörung verursacht und führt zu einem Mangel des Pigments Melanin, weshalb betroffene Tiere ihre markanten weißen Haare bekommen. Außerdem sind Albinos oft sehr lichtempfindlich und können schlechter gucken.