Dresden - Insolvenzen, Werksschließungen, fehlende Fachkräfte, Rückgang bei Industriearbeitsplätzen, hohe Energiepreise: Die sächsische Wirtschaft steht vor enormen Herausforderungen. Wie sie angepackt werden sollen, zeigt ein neues Leitbild.
Dreimal seit Herbst vergangenen Jahres haben sich Wirtschaftsminister Dirk Panter (52, SPD), Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner (68) und die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Sachsen, Daniela Kolbe (46), zu Spitzengesprächen über die Lage der sächsischen Wirtschaft getroffen. Am Freitag legten sie nun die Ergebnisse vor.
Herausgekommen ist ein Zukunftsbild für Sachsen bis 2040. Es formuliert das ambitionierte Ziel, dass Sachsen perspektivisch zu den Top 3 der Bundesländer beim Wachstum des Bruttoinlandsprodukts gehören soll.
Leitplanken sind etwa der bereits begonnene Bürokratieabbau, ein Fokus auf Hochtechnologie, eine stärkere Verzahnung von Forschung und Wirtschaft, schnellere Genehmigungen, eine digitale Verwaltung.
Energie soll bezahlbar werden.
Für Wirtschaftsminister Panter ist eine Sache ganz klar
Als zentrale Investitionsschwerpunkte sieht das Papier den Ausbau der Energie-, der Breitband- und der Mobilfunkinfrastruktur, die Elektrifizierung der Schiene oder die Sanierung von Brücken sowie die Modernisierung des Straßennetzes. Eigens finanziell untersetzt ist das Leitbild allerdings nicht.
"Viele Beschäftigte sind verunsichert und bangen um ihre Jobs", sagte Daniela Kolbe. Sachsen habe in der letzten Zeit 19.000 Industrie-Arbeitsplätze verloren, legte Jörg Brückner nach.
Für Wirtschaftsminister Panter ist deshalb klar: "Fachkräftesicherung ist eine der zentralen Aufgaben der kommenden Jahre."
Die drei waren nicht immer einig, beim großen Ziel schon: Sachsen soll wirtschaftlich stärker und wettbewerbsfähiger werden.