Staatskanzlei-Chef berichtet von Sachsen-Umfrage: Jeder Zweite hat Kriegsangst
Dresden - Die sächsische Regierung hat das sechste Mal ein Meinungsforschungsinstitut mit einer repräsentativen Umfrage beauftragt. Für den Sachsen-Monitor 2026 wurden im Frühjahr insgesamt 2031 Menschen im Alter ab 18 Jahren in persönlichen Interviews befragt. Welches Lagebild sich abzeichnete, berichtete am Dienstag der Staatskanzlei-Chef Andreas Handschuh (53, parteilos).
Zukunft und wirtschaftliche Lage: 61 Prozent der Befragten sehen ihre persönliche Zukunft "eher optimistisch" und 37 Prozent "eher pessimistisch" (2023: 63 Prozent und 36 Prozent). Die eigene wirtschaftliche Situation schätzten sechs Prozent als "sehr gut" ein (2023: acht Prozent), 61 Prozent als "eher gut" (2023: 64 Prozent). Drei Prozent bewerten sie wie schon 2023 als "sehr schlecht".
Wenn es um die Zukunft Sachsens geht, verdüstert sich das Bild. Nur noch 48 Prozent sind "eher optimistisch" – 2023 waren es noch mehr als die Hälfte (55 Prozent). Genauso viele antworten nun mit "eher pessimistisch". Die allgemeine wirtschaftliche Lage im Freistaat wird deutlich schlechter eingeschätzt: Nur ein Prozent bewertet sie als "sehr gut", 34 Prozent als "eher gut".
Als wichtigste Probleme der Gegenwart benannten die Befragten die wirtschaftliche Entwicklung sowie den Arbeitsmarkt (Jobs, Löhne, Fachkräftemangel; jeweils 14 Prozent).
Migration und Zuwanderung gelten nur noch für zwölf Prozent als drängendstes Problem. 2023 standen diese Themen noch an erster Stelle. Die größte Sorge ist die Angst vor Krieg und militärischen Konflikten: Jeder Zweite (49 Prozent) hat dabei sehr große Sorgen.
Der Zuspruch für Demokratie gewachsen
Während der Zuspruch zur Demokratie wuchs (87 Prozent halten sie für eine gute Regierungsform), sank das Vertrauen in die politischen Akteure in Bund und Land.
Die höchsten Vertrauenswerte erhalten Wissenschaftler und Polizei (jeweils 72 Prozent).
Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe
