Super versorgt: Radebeul schafft's deutschlandweit in die Top 10

Radebeul - Erstmals hat eine Studie die Daseinsvorsorge aller deutscher Kommunen vermessen. Die Weinstadt Radebeul gehört demnach zu den zehn bestversorgten Städten Deutschlands. Oberbürgermeister Bert Wendsche (62, parteilos) hat eine ganz eigene Erklärung dafür.

Für den Radebeuler Oberbürgermeister Bert Wendsche (62, parteilos) ist die Platzierung eine freudige Überraschung.  © Holm Helis

"Platz 7 ist einfach wow", sagte Wendsche TAG24 am Telefon. "Dass wir nicht die Letzten sind, ist klar. Aber ein Spitzenplatz in Deutschland ist eine schöne Überraschung."

Zunächst musste er sich in die Studie einarbeiten. Schulnähe, Apothekendichte, Busfahrzeiten: Anhand von 17 Alltäglichkeiten verglich das Institut der deutschen Wirtschaft alle 10.800 deutschen Gemeinden miteinander.

In Sachsen steht keiner besser da: Leipzig folgt auf Rang 28, Dresden auf Rang 43, Chemnitz auf 337. Selbst das benachbarte Coswig landete nur auf Platz 47. Die Krone holte die Stadt Haar bei München, Schlusslicht ist Hirschthal in der Südwestpfalz.

Sachsen Nachwuchs bei bedrohten Arten: Zoo Hoyerswerda freut sich gleich dreifach

"Die Nähe zu Dresden ist sicher ein notwendiger Faktor", sagt Wendsche weiter. Aber seine Verwaltung habe an vielen weiteren Punkten geschraubt.

Anzeige
Radebeul erobert den siebten Platz in der Studie über die Daseinsvorsorge aller deutschen Kommunen.  © Stefan Häßler
Bewertet wurden etwa die Versorgung mit Kitas und Schulen, die Anbindung an Autobahnen und Flughäfen, die Erreichbarkeit von Ärzten und Theatern.  © Stefan Häßler
Sogar den 10-Minuten-Takt der Straßenbahnen sichert die Stadt den Bewohnern.  © Stefan Häßler

Radebeuler Verwaltung sieht sich als "Gestalter der Daseinsvorsorge"

Die Stadtverwaltung Radebeuls bekennt sich zum Kulturamt, hält jede fünfte Kita in städtischer Trägerschaft und ist seit 2011 an den Landesbühnen beteiligt.  © Stefan Häßler

Man bekenne sich zum Kulturamt, halte jede fünfte Kita städtisch, unterstützt jeden Verein grundsätzlich mit 350 Euro.

Den Straßenbahnen bezahlt die Stadt den 10-Minuten-Takt, an den Landesbühnen ist Radebeul seit 2011 beteiligt.

"Wir betrachten uns als einen Gestalter der Daseinsvorsorge. Aber niemals als alleiniger", betont OB Wendsche, der zugleich Präsident des Sächsischen Städtetags ist.

"Die Nähe zu Dresden ist sicher ein notwendiger Faktor für die Platzierung", sagt Bürgermeister Wendsche.  © Stefan Häßler

Er appelliert, dass Verwaltungen "wieder lernen müssen loszulassen. Verantwortung wächst beim selbst organisierten Vereins- oder Straßenfest. Mitmach-Orte sind für das Funktionieren des Gemeinwesens unabdingbar".

Mehr zum Thema Sachsen: