Supermarkt ohne Verkäufer zieht Bilanz: Schwangerschaftstests und Kondome sind die Renner

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Moritzburg - Man kennt es aus dem Supermarkt oder dem Elektrofachhandel: Immer häufiger sind darin Kassen zu finden, an denen der Kunde die Ware selbst scannt und dann zahlt. Diese Idee haben zwei Dresdner Geschäftsmänner aufgegriffen und im Februar ein Geschäft eröffnet, dass komplett ohne Personal auskommt.

"Fritz‘ nahkauf Box" steht in Friedewald und funktioniert ganz ohne Personal.
"Fritz‘ nahkauf Box" steht in Friedewald und funktioniert ganz ohne Personal.  © Holm Helis

Die Zwischenbilanz der Chefs liefert einen überraschenden Kassenrenner.

Mehr als tausend Produkte auf nur 38 Quadratmetern in Friedewald (1100 Einwohner, bei Moritzburg). Kein Personal, kein Bargeld, rund um die Uhr geöffnet.

"Wir haben seit Februar das Angebot um 20 Prozent aufgestockt. Im Laden ist ein Monitor installiert, mit dem uns die Kunden Wünsche und Anregungen senden. Wir setzen das um", berichtet Geschäftsführer Stefan Köckeritz (42). Ein lokaler Bäcker liefert jeden Tag frische Backwaren.

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Nach halbjähriger Bilanz ist aber auch Köckeritz vom Kaufverhalten seiner Kunden überrascht: "Kondome und Schwangerschaftstests sind die Renner, werden doppelt so häufig gekauft wie in unseren Filialen mit Verkäufern", berichtet der Chef schmunzelnd.

Denkbarer Grund dafür: Kunden müssen sich nicht schämen wie an der gewöhnlichen Ladenkasse.

Die Kunden freuen sich über ein Sortiment von rund tausend Artikeln, Verkäufer gibt es nicht.
Die Kunden freuen sich über ein Sortiment von rund tausend Artikeln, Verkäufer gibt es nicht.  © Holm Helis
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Der Annahme, dass mit dem verkäuferlosen Geschäft Arbeitskräfte abgebaut werden, um Kosten zu sparen, kontert der Geschäftsführer: "Wir haben sogar eine Stelle zusätzlich geschaffen, denn jeden Tag werden frische Waren angeliefert und eingeräumt." Mit den verkäuferlosen Geschäften sieht Köckeritz außerdem die Möglichkeit, mehr Infrastruktur im ländlichen Land zu verankern.

Gemeinsam mit dem Kölner Handelskonzern Rewe haben Köckeritz und sein Partner Fritz Starke (27) den Container aufgestellt. Die Jahresbilanz steht erst zu Beginn 2024 aus, aber "alle Zeichen stehen auf Grün", dass der Laden bleibt und auch an anderen ländlichen Orten verkäuferlose Läden entstehen.

Titelfoto: Holm Helis

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