Tanken soll günstiger werden: Deshalb ist dieser Verband aus Sachsen dagegen

Berlin/Chemnitz - Seit dem Iran-Krieg explodieren die Benzin- und Dieselpreise in Deutschland. Nun will die Bundesregierung gegensteuern – mit einem staatlich finanzierten Tankrabatt. Doch diese Idee kommt nicht überall gut an. Umweltschützer aus Sachsen schlagen Alarm.

Kostenschock an der Tanke: Die Spritpreise in Deutschland sind seit dem Iran-Krieg massiv angestiegen.  © Sebastian Gollnow/dpa

Für zwei Monate soll die Energiesteuer auf Diesel und Benzin um 17 Cent gesenkt werden. Das soll vor allem Pendler entlasten, die angesichts der explodierenden Spritpreise heftig zur Kasse gebeten werden.

Umweltschützer vom Verband "BUND Sachsen" kritisieren diese Maßnahme. "Unser fossiler Konsum finanziert direkt und indirekt autoritäre Regime, die Frieden und Demokratie bei uns teils offen bedrohen wie Russland", sagt BUND-Chef Prof. Dr. Felix Ekardt.

"Zudem ist wirtschaftswissenschaftlich unstreitig, dass für uns alle ein rascher und vollständiger fossiler Ausstieg deutlich billiger wäre, als weiter in Gaspreis-Spiralen und absehbaren drastischen Klimawandelfolgekosten gefangen zu bleiben", so Ekardt.

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Die Forderung der Klimaschützer: einen schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien sowie einen starken und bezahlbaren ÖPNV.

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BUND-Chef Prof. Dr. Felix Ekardt kritisiert den geplanten Tankrabatt. (Archivfoto)  © dpa-Zentralbild

Kritik an Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (52, SPD) spricht sich ebenfalls für einen Tankrabatt aus.  © Thomas Türpe

Unter anderem begrüßte Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (52, SPD) den geplanten Tankrabatt. Gleichzeitig sprach er sich dafür aus, die Energiewende weiter voranzutreiben.

BUND-Chef Ekardt: "Genau darin liegt der Widerspruch, denn wer die Energiewende beschleunigen will, sollte nicht gleichzeitig fossile Energien künstlich fördern."

Zudem beklagen Kritiker des Tankrabatts, dass vor allem Besserverdienende davon profitieren. Sie fordern, dass Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen gezielter entlastet werden sollen.

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Apropos Entlastung: Angesichts der explodierenden Preise will die Bundesregierung auch eine steuerfreie Entlastungsprämie von 1000 Euro ermöglichen. Heißt: Das Geld würde eins zu eins beim Arbeitnehmer ankommen.

Aber: Die Wirtschaft in Deutschland schmiert gerade massiv ab. Ob sich viele Arbeitgeber eine Prämie für ihre Mitarbeiter leisten können – unklar.

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