Dresden - In Sachsens Wäldern, auf alten Truppenübungsplätzen und ehemaligen Militärgeländen schlummern mutmaßlich Tausende Tonnen von Kampfmitteln. Davon geht eine hohe, eine unsichtbare Gefahr aus. Das muss sich ändern, fordert das BSW.
Frohburg (Landkreis Leipzig) im Sommer 2025: Ein Bürger findet in einem ausgetrockneten Teich Munition und alarmiert die Behörden. Eine Spezialfirma entdeckt 2000 Munitionsteile aus der Zeit vor 1945. Offenbar wurde das Arsenal bei Kriegsende einfach in dem Teich entsorgt.
Noch größer dürfte die Belastung auf militärisch genutzten Liegenschaften der Roten Armee, der Nationalen Volksarmee der DDR, der Bundeswehr und von Wäldern insbesondere in Ostsachsen sein.
"Munitionsbelastete Waldflächen sind kein Randthema, sondern ein reales Sicherheitsrisiko", sagte der Sprecher der BSW-Fraktion für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, Jens Hentschel-Thöricht (47).
Wie gefährlich sie werden können, haben die Brände in der Gohrischheide (Landkreis Meißen) im vergangenen Jahr gezeigt.
Mit Beteiligung des Bundes: BSW fordert Sonderfonds
Die Beräumung ist zeitaufwendig und teuer. Deshalb fordert das BSW in einem Antrag einen Sonderfonds, an dem sich auch der Bund beteiligen soll.
Am Donnerstag gibt es dazu im Innenausschuss des Sächsischen Landtags eine öffentliche Expertenanhörung, die fraktionsübergreifend unterstützt wird.
In den vergangenen Jahren wurden in Sachsen jeweils über 100 Tonnen an Kampfmitteln geborgen.
Wie viel noch im Boden lagert, ist unklar. Schätzungen gehen von bundesweit bis zu 300.000 Tonnen an Granaten, Minen, Bomben oder Munition aus.
Die Entsorgung ist für Innenminister Armin Schuster (64, CDU) eine "Generationenaufgabe", wie er bereits 2025 im Zusammenhang mit den Bränden in der Gohrischheide sagte.