Deswegen schlägt die Verbraucherzentrale Sachsen jetzt Alarm

Görlitz - Achtung in Ostsachsen: Die Verbraucherzentrale warnt derzeit eindringlich vor Inkasso-Karussellen im Zusammenhang mit dubiosen Nahrungsergänzungsmittel-Firmen. Produkte erhalten, die nicht bestellt wurden? Rechnungen im Briefkasten, obwohl kein Vertrag abgeschlossen wurde? Bloß nichts zahlen!

Achtung bei Nahrungsergänzungsmitteln der Unternehmen Naturnah und der 2N-Naturprodukte GmbH. (Symbolfoto)
Achtung bei Nahrungsergänzungsmitteln der Unternehmen Naturnah und der 2N-Naturprodukte GmbH. (Symbolfoto)  © dpa | Fernando Gutierrez-Juarez

Konkret geht es um Nahrungsergänzungsmittel der Unternehmen Naturnah und der 2N-Naturprodukte GmbH. Vor allem im Osten des Freistaats sollen sich aktuell Fälle häufen, bei denen Zahlungsaufforderungen für Verträge, die nie abgeschlossen wurden, ins Haus flattern. Oftmals seien ältere Menschen betroffen.

Wie die Verbraucherzentrale Sachsen am Mittwoch warnt, würde dann oft Tage später Post von Inkassounternehmen eintreffen, in der Geld für ein Jahresabo verlangt wird. Das Inkasso-Karussell beginnt, wenn man den Forderungen widerspricht - es folgen weitere Mahnungen und ein zweites Inkasso-Schreiben.

Vorsicht ist insbesondere vor einer besonders fiesen Falle geboten: Naturnah und die 2N-Naturprodukte GmbH bieten plötzlich Ratenzahlung an, wenn man die Pseudo-Rechnungen nicht begleicht. Die Beratungsstellenleiterin in Görlitz, Kamila Kempfert, warnt: "Wer darauf eingeht, riskiert, dass dies rechtlich als Schuldanerkenntnis gewertet wird."

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Die Inkassounternehmen Quatripay GmbH und Media Finanz würden auch Druck aufbauen, indem zur ersten Zahlungsaufforderung auch noch Inkassogebühren obendrauf kommen - "ein typisches Inkasso-Karussell", so Kempfert.

Ein Flyer der Verbraucherzentrale Sachsen. (Archivfoto)
Ein Flyer der Verbraucherzentrale Sachsen. (Archivfoto)  © dpa | Hendrik Schmidt
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Forderungen sind grundsätzlich zu beanstanden

Die Verbraucherzentrale Sachsen erklärt eindringlich, wann die Zahlungsaufforderungen zu beanstanden sind:

  • Fehlender Vertragsschluss: keine übereinstimmenden Willenserklärungen; die Verbraucher haben keinen Vertrag geschlossen

  • Fehlende Widerrufsbelehrung: Frist läuft nie an; Widerruf jederzeit wirksam

  • Kein Verzug: fehlende Mahnung und Nachweis der Fälligkeit

  • Unberechtigte Inkassokosten: wo keine Hauptforderung besteht, entsteht auch kein Anspruch auf Nebenforderungen

Falls Ihr betroffen seid oder jemanden kennt, der von fragwürdigen Rechnungen berichtet hat, bekommt Ihr Unterstützung bei der Verbraucherzentrale Sachsen.

Termine können online oder telefonisch unter 0341 696 2929 vereinbart werden.

Titelfoto: Montage: dpa | Fernando Gutierrez-Juarez, dpa | Hendrik Schmidt

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