Auerbach - Westlich des Vogtlandsees startet der Forstbezirk Eibenstock in diesen Tagen die Wiedervernässung einer zehn Hektar großen Fläche. Das Ziel: die Renaturierung des "Moors am Roten Fluss".
Im dichten Wald zwischen Beerheide und Jägersgrün liegt der Vogtlandsee, der sich aus dem Wasser der umliegenden Moore speist und von Einheimischen deshalb "Moorteich" genannt wird.
Er ist so idyllisch, dass ihn das Reisemagazin "Merian" 2022 zur "Schönsten Alleinbadestelle Deutschlands" kürte.
Doch die Umgebung wurde im 19. Jahrhundert systematisch entwässert, um sie forstwirtschaftlich nutzen zu können. Diese "Wunde" soll nun geheilt, die alte Moorlandschaft in ihren Ursprungszustand zurückversetzt werden.
Bereits im Jahr 2024 entnahm der Sachsenforst im Moorgebiet am Roten Fluss einen größeren Fichtenbestand und leitete erste Rekultivierungsmaßnahmen ein. So gleichen Areale des Vogtlandsee-Quellgebietes schon heute einer skandinavischen Landschaft.
Nur noch vereinzelte Bäume ragen aus dem Boden, der von dichten Moosteppichen und Heidekraut bedeckt ist.
Am Moor im Vogtland wird kräftig gewerkelt
Seit Anfang Mai sind hier nun wieder Bagger und Radlader im Einsatz. Auf Basis digitaler Geländemodelle und hydrologischer Analysen seien rund 100 Standorte für Stauwerke festgelegt worden, informierte Sachsenforst-Sprecher Lars Richter: "Die alten Entwässerungsgräben werden mit Lehm- und Torfplomben sowie Holz- und Stahlspundwänden blockiert – 43 Torfstaue, 46 Holzstaue, sechs Lehmstaue, fünf Staue aus Stahlspund für Erosionsminimierung in einem besonders tiefen Graben."
Zudem werden auf einer Länge von über einem Kilometer Gräben mit einem "Ersatztorf" aus 3000 Kubikmetern Sägemehl-Hackschnitzelgemisch verfüllt.
Zur Erfolgskontrolle würden ein Monitoring mit fünf Grundwasserpegeln und das vollautomatisierte Monitoring der Gewässergüte am Moorabfluss durchgeführt, so Richter.
Intakte Moore gelten nicht nur als riesige Wasserspeicher für umliegende Wälder und Biotope. Sie binden auch große Mengen Kohlendioxid.