Ein Kommentar von Mario Adolphsen
Plauen - Seit den verheerenden Waldbränden in der Sächsischen Schweiz und der Gohrischheide im Jahr 2022 hat der Freistaat seine Kapazitäten deutlich ausgebaut, viel investiert und eine Waldbrandschutzkonzeption erstellt. Das Großfeuer bei Plauen zeigt auf, wo diese Konzepte gut funktionieren und wo aus westsächsischer Sicht nachgebessert werden könnte.
In Eich/Vogtland wurde im September 2025 ein neues Zentrum eingeweiht, das Technik und Ausbildung für genau solche Szenarien bündelt.
Eine sinnvolle Investition, wie sich im "Schwarzen Holz" zeigt: Die Zusammenarbeit zwischen Kommune und Landkreis funktioniert offenbar bestens.
Auch der Freistaat hat aufgerüstet: Die beiden eingesetzten Polizeihubschrauber des Typs H 145 wurden erst Ende Juni in Dienst gestellt. Stationiert sind sie in Dresden. Von dort aus sollen sie binnen 45 Minuten jedes Feuer im Freistaat erreichen können.
So weit zur Theorie. In der Praxis brach das Plauener Feuer am frühen Dienstagabend aus, zum Einsatz kamen die Hubschrauber erst am nächsten Vormittag. Eine Entscheidung des Brandmeisters, aber vor allem Folge der zentralen Struktur.
Der größte Waldbrand im Vogtland seit 30 Jahren sollte in dieser Hinsicht politisch aufgearbeitet werden. Wäre es nicht sinnvoller, Hubschrauber für den Katastrophenschutz auf Landkreisebene direkt in Westsachsen zu stationieren (obwohl Polizei Ländersache ist), damit sie schneller helfen können?
Und warum gibt es in der Region keine Löschflugzeuge, die deutlich größere Mengen Wasser transportieren können? Diese Fragen sollten aus westsächsischer Sicht zumindest einmal gestellt werden.