Mega-Demo im Vogtland: 10.000 Teilnehmer demonstrieren gegen Bundesregierung
Plauen - Mega-Protest in Plauen (Vogtland) am Samstag: 10.000 Menschen waren gekommen, um gegen Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) und seine Regierung zu demonstrierten. Dazu aufgerufen hatte das Projekt "M1llion". Trotz Gegenprotest blieb es friedlich.
Unter dem Motto "Für Freiheit, Wahrheit und Selbstbestimmung" sollte die Kundgebung um 10 Uhr am Albertplatz losgehen. Doch es wurde noch auf Demo-Teilnehmer gewartet, die mit Bussen anreisen, teilte Organisator Marcel Baldauf auf der Bühne mit.
Aufgrund des verzögerten Starts verschob sich auch der Aufzug. Wenig später liefen die Demonstranten mit Deutschlandfahnen, Trommeln und Pfeifen durch die Straßen - vorbei an den Standorten der (angemeldeten) Gegendemonstranten vorbei. Von dort tönte es: "Nazis raus!"
Am Oberen Bahnhof hielt die Polizei eine Gruppe von Trommlern auf. Laut den Beamten verstießen diese gegen die versammlungsrechtlichen Auflagen.
Es fand sich eine Lösung: Die Trommler meldeten eine eigene, spontane Versammlung an. Danach konnten sie getrennt von der ursprünglichen Versammlung auf der gleichen Strecke mitlaufen.
Gegen 18 Uhr war der Demo-Tag beendet. Bis auf einzelne Vorfälle, wie etwa Beleidigungen, blieb es laut Polizeiangaben friedlich.
Demo-Tag sorgte für Sperrungen
Insgesamt zählte die Anti-Merz-Demo an der Spitze etwa 10.000 Teilnehmer. Die Demonstranten protestierten mit Schildern und Transparenten vor allem gegen die Ukraine-Unterstützung, schossen mit ihren Texten verbal gegen die NATO. Immer wieder waren auch Sprüche gegen die Migrationspolitik zu sehen.
Ganz anders auf der Gegenseite. Dort versammelten sich mehrere Hundert Menschen, Regenbogenfahnen prägten das Bild.
Im öffentlichen Nahverkehr kam es im Laufe des Samstags zu Einschränkungen. So konnte unter anderem die Haltestelle "Am Albertplatz" nicht bedient werden. Zudem mussten zahlreiche Straßen gesperrt werden.
Organisator Marcel Baldauf fordert unter anderem Neuwahlen
Marcel Baldauf fordert mit seinem Projekt "M1llion" in einem Elf-Punkte Plan unter anderem den Rücktritt der Bundesregierung, mehr Demokratie nach Schweizer Vorbild, die Abschaffung der CO₂-Steuer und des Rundfunkbeitrages sowie mehr Abschiebungen.
Bereits im Juni rief das Projekt zu einer Demo vor dem Brandenburger Tor in Berlin auf.
Damals kamen laut Polizei 2000 Teilnehmer.
Letzte Aktualisierung: 19.17 Uhr
Titelfoto: Ellen Liebner