Wie die sächsischen Winzer auf den Alkoholfrei-Trend reagieren
Dresden - Der Trend zu alkoholfreiem Wein erreicht auch Sachsen: Immer mehr Winzer springen auf - doch nicht alle sind überzeugt. Während große Anbieter das Segment als Zukunftsmarkt feiern, bleibt die Skepsis vor Ort spürbar.
Im sächsischen Staatsweingut wird bereits getüftelt, denn die Herstellung ist anspruchsvoll. "Das Verhältnis von Süße und Säure muss angepasst werden, um den Geschmack vollmundiger zu gestalten", erklärt Wackerbarth-Kellermeister Jürgen Aumüller (51).
Schließlich geht beim Entzug des Alkohols ein wichtiger Geschmacksträger verloren. Gleichzeitig bleibt die traditionelle Handarbeit zentral: "Jede Flasche für sich ist ein Unikat."
Die Zahlen zeigen ein gemischtes Bild: Zwar legten alkoholfreie Weine zuletzt um rund 25 Prozent bei Absatz und Umsatz zu, doch ihr Anteil liegt weiterhin bei nur etwa zwei Prozent des Gesamtmarkts.
Auch in Sachsen bleibt das Geschäft überschaubar. Viele Winzer setzen daher lieber auf Alternativen mit weniger Alkohol - etwa Weine mit nur 7 bis 8,5 Prozent statt der üblichen 12 bis 13. Diese lassen sich einfacher herstellen und kommen geschmacklich näher an den Klassiker heran.
Titelfoto: Robert Michael/dpa