Aussichtsplattform am Schacht 371 eröffnet: Neuer Blick auf Sachsens Wismut-Erbe
Von Andreas Hummel
Hartenstein - Der Uranbergbau hatte einst weite Regionen in Sachsen und Ostthüringen geprägt, darunter auch Hartenstein (Landkreis Zwickau). An dieses Erbe wird an mehreren Orten erinnert. Hierzu eröffnete am Mittwoch die Wismut Stiftung eine neue Aussichtsplattform am Schacht 371. Das Geld für die 353.000 Euro teure Plattform stamme aus dem einstigen Vermögen von Parteien und Massenorganisationen der DDR, so Julia Dünkel, Geschäftsführerin der Wismut Stiftung.
Die Plattform bietet Besuchern Sicht auf die einstige Haldenlandschaft von Aue-Bad Schlema und Schneeberg, die heute vollständig begrünt ist. Über die ehemalige Skiptrasse, die nicht verwertbares Gestein auf die Halde beförderte, eröffnet sich außerdem eine direkte Sichtachse zum Förderturm von Schacht 371.
"Das Wismut-Erbe gehört zu unserem kulturellen Erbe dazu", betonte Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (60, CDU) bei der Eröffnung. Von der Aussichtsplattform öffne sich der Blick in die Welterberegion Erzgebirge/Krušnohoří.
Nach dem Zweiten Weltkrieg baute das Bergbauunternehmen Wismut in Sachsen und Thüringen Uran ab, insbesondere für sowjetische Atomwaffen und Kernkraftwerke. Nach der Wende erhielt das Unternehmen den Auftrag, den entstandenen Umweltschaden zu beheben.
Die verbliebenen Hinterlassenschaften des "Wismut-Erbes" sichert und bewahrt die vor einigen Jahren ins Leben gerufene Stiftung.
"No Secret" in Hartenstein
Neben der neuen Aussichtsplattform lockt in Hartenstein eine Ausstellung mit dem Titel "No Secret" ("Kein Geheimnis").
Sie informiert über den Arbeitsalltag, den weltpolitischen Kontext des Uranbergbaus in der DDR, seine Folgen für Mensch und Umwelt sowie der Sanierung der Altlasten seit der Wiedervereinigung.
Titelfoto: Bildmontage: Jan Woitas/dpa, picture alliance/dpa
