Halter missbraucht Pferd sexuell, doch sächsische Justiz stellt Strafverfahren ein
Zwickau - Es sind widerwärtige Taten: Der Halter eines Pferdes soll sich im Landkreis Zwickau mehrere Male an dem Tier sexuell vergangen haben. Während laut einer Tierschutzorganisation Tausende Protestmails an das Veterinäramt gesendet wurden, bleibt die Stute noch immer bei ihrem Besitzer. Grund: die Rechtslage.
Laut Samara Eckardt (35) von Team Tierschutz wurde der Mann mehrmals heimlich gefilmt, wie er sexuelle Handlungen an "Lotta" (Name von Team Tierschutz geändert) vornahm.
Daraufhin wurde das Material dem Zwickauer Veterinäramt zugespielt. "Der Landkreis Zwickau nimmt die erhobenen Vorwürfe sehr ernst", so Kreis-Sprecher Sebastian Brückner (36).
Laut Tierschutzgesetz muss der Mann dem Pferd "aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden" zufügen - in dem Fall könnte dem Besitzer eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren blühen.
Der Haken: "Ein derartiger Befund konnte nach einer tierärztlichen Einschätzung vorliegend nicht erhoben werden", so Oberstaatsanwältin Ines Leonhardt (54) auf TAG24-Nachfrage.
Die Folge: Das Strafverfahren wurde eingestellt.
Landratsamt erhält über 15.000 Protestmails
Laut geltender Rechtssprechung handelt es sich bei den perversen Handlungen lediglich um eine Ordnungswidrigkeit, diese wurde daher wieder an das Landratsamt Zwickau übergeben.
Mittlerweile wurden über 15.000 Protestmails an das Amt verschickt.
Ziel ist, die Behörden zum Handeln zu bewegen: "In meinen Augen müssen sie ihren Job machen", so Samara.
Die Stute wurde mittlerweile von ihrem Besitzer abgeholt - die Stallinhaberin hatte dem perversen Pferdeliebhaber Stallverbot erteilt.
Wie es dem Tier aktuell geht, ist unklar.
Titelfoto: Bildmontage: Team Tierschutz, 123rf/crprin

