DDR-Kult lebt weiter! Wieder mehr Trabis auf Deutschlands Straßen

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Zwickau - Die DDR ist nicht wegzukriegen - aus dem gesamtdeutschen Straßenverkehr! Auch 35 Jahre nach ihrem Produktionsende rollen noch zigtausende Trabanten und Wartburgs über Deutschlands Straßen, wie aktuelle Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zeigen. Bei den "Rennpappen" gibt es sogar einen Anstieg. Denn inzwischen halten schon drei Generationen den Ost-Kult hoch.

Läuft, läuft, läuft und läuft - auch 35 Jahre nach seinem Produktionsende ist der Trabant auf unseren Straßen dauerpräsent.
Läuft, läuft, läuft und läuft - auch 35 Jahre nach seinem Produktionsende ist der Trabant auf unseren Straßen dauerpräsent.  © dpa-Zentralbild

Exakt 41.862 Trabis seien zu Jahresbeginn mit offiziellem Kennzeichen unterwegs gewesen, teilte das KBA am Dienstag in Flensburg mit. Damit waren über 400 "Pappen" mehr auf der Straße als im Vorjahr. Von den Wartburg-Modellen sind noch etwa 9100 Exemplare zugelassen.

Wie ist der Dauerläufer-Trend zu erklären? Enrico Martin, Direktor der Stiftung Automobile Welt Eisenach und selbst passionierter Wartburg-Fahrer, nennt neben der emotionalen Bindung vieler ostdeutscher Familien an ihren fahrbaren Untersatz praktische Gründe für das lange Leben.

"Bei DDR-Fahrzeugen wurde die Reparaturanleitung gleich dazu gepackt beim Verkauf. Und es wurden extrem viele Ersatzteile produziert", erklärt der Experte. Damit könnten Auto- und Zweiradfans bis heute aus einem Reservoir an Ersatzteilen schöpfen.

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In der DDR seien Ersatzteile für Wartburg, Trabant oder Simson-Mopeds oft eingelagert worden - nach dem Motto "haben ist besser als brauchen", so Martin. Viele Teile würden noch heute in Kellern, Garagen oder Scheunen liegen. "Es ist noch ganz viel da. Und wo es klemmt, findet sich relativ schnell jemand, der es produziert."

Eine "Rennpappe" auf der Hebebühne - für das beliebte "601"-Modell gibt es auch heute noch fast alle Ersatzteile.
Eine "Rennpappe" auf der Hebebühne - für das beliebte "601"-Modell gibt es auch heute noch fast alle Ersatzteile.  © Jan Woitas/dpa
Einfach und unverwüstlich: Frank Hofmann, Chef der Trabantwelt Zwickau, schraubt eine Zündkerze in den Zylinderkopf eines Zweitaktmotors für einen Trabant 601.
Einfach und unverwüstlich: Frank Hofmann, Chef der Trabantwelt Zwickau, schraubt eine Zündkerze in den Zylinderkopf eines Zweitaktmotors für einen Trabant 601.  © Jan Woitas/dpa

Der Trabi begeistert bereits drei Generationen

Thomas Winkelmann ist Vorsitzender des Trabant-Clubs Zwickau.
Thomas Winkelmann ist Vorsitzender des Trabant-Clubs Zwickau.  © Ralph Köhler

Etwa bei der Trabantwelt Zwickau. "Wir können fast jedes Teil liefern. Wenn etwas kaputt ist, wird es repariert", sagt Chef Frank Hofmann. Seine Firma produziere selbst Ersatzteile und verfüge dazu noch über ein großes Netz an Herstellern, "die für uns fertigen", so Hofmann.

Die Begeisterung für den Trabi werde inzwischen von drei Generationen getragen, meint der Vorsitzende des Trabant-Clubs Zwickau, Thomas Winkelmann.

Er erklärt: "Da ist die Rentner-Generation, die ihrer alten Liebe bis heute treu geblieben ist - dann die Um-die-50-Jährigen, deren Kinder groß sind, und die jetzt wieder Zeit für ihr altes Hobby haben - und die Generation 20-Plus, die noch keine Kinder hat und von der Simson-Moped-Schiene jetzt zum Trabant wechselt."

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Und wie wirkt sich die wachsende Begeisterung für den Trabi auf den Preis aus? "Das beginnt so bei 5000 Euro und kann je nach Modell bis über 20.000 Euro gehen", so Winkelmann zu TAG24.

Titelfoto: dpa-Zentralbild

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