Zwickau - Sie ist Zwickaus größte Brücke, führt über die Mulde - und macht dem Rathaus seit Monaten Sorgen: Die Glück-auf-Brücke wird seit Spätsommer 2025 auf Herz und Nieren geprüft. Jetzt liegen erste Ergebnisse vor.
"Die Brücke bereitet uns Kopfzerbrechen, aber es gibt keinen Hinweis, dass sie den Geist aufgibt", hatte Tiefbauamts-Chef Thomas Pühn (58) schon zum Start der Untersuchungen gesagt.
Experten eines Chemnitzer Ingenieurbüros suchten deshalb nach Rissen, trugen in stark belasteten Bereichen den Oberflächenschutz ab und schauten tief in Beton und Spannstahl.
Die ersten Ergebnisse sind ein Mix aus Entwarnung und Stirnrunzeln. Laut Baubürgermeisterin Silvia Queck (38, parteilos) ergab "die statische Nachrechnung" ein "ausreichendes Ankündigungsverhalten". Heißt: Wenn es wirklich kritisch würde, müssten sichtbare Risse warnen. Aktuell gebe es keine "Gefahr in Verzug".
Aus dem Schneider ist die Brücke trotzdem nicht. Materialtests zeigen den Verdacht auf "potenziell schädliche Treibreaktionen innerhalb des Betongefüges" - also möglichen Ärger durch chemische Reaktionen tief im Beton.
Zudem bleiben stark belastete, schlecht einsehbare Bereiche unsicher. Dort bestehe weiter eine "Ungewissheit über Defizite".
Glück-auf-Brücke für Laster ab 40 Tonnen bereits gesperrt
Das Bauwerk wurde Ende der Siebzigerjahre als Adolf-Hennecke-Brücke gebaut und 2001/02 grundsaniert. Mehr als drei Millionen Fahrzeuge rollen jährlich darüber. Genau deshalb will die Stadt nichts riskieren, Laster ab 40 Tonnen dürfen schon nicht mehr rüber.
Jetzt geht die Prüfung weiter: Spannstahl entnehmen, Beton untersuchen, Sensoren einbauen. Allein das geplante Schallemissions-Monitoring - Technik, die in die Brücke hineinhört - kostet rund 280.000 Euro.
Der Stadtrat soll am Donnerstag weitere 500.000 Euro für Spezialuntersuchungen freigeben.