Glauchauer Jugendhilfe im Visier von Neonazis
Glauchau - In Glauchau (Landkreis Zwickau) wurden Ende Dezember rechtsextreme Sticker in der Öffentlichkeit geklebt. Darauf zu sehen: das Gebäude der Jugendhilfestation H2 und des Cafés Taktlos im Fadenkreuz sowie verbotene Symbole und ein Verweis zum Nationalsozialistischen Untergrund (NSU). Die Polizei ermittelt, Mitarbeiter des Cafés geben sich kämpferisch.
Der Inhalt der Aufkleber ist eindeutig: Auf dem Stadtwappen von Glauchau wurden ein Totenkopf und ein Hakenkreuz montiert. Links daneben steht die Trickfigur Paulchen Panther, die schon vom rechtsterroristischen NSU für Videos missbraucht wurde.
Darunter die Jugendhilfestation H2 in der Heinrich-Heine-Straße im Fadenkreuz. Die Botschaft: "Wir kommen wieder".
Ein Mitglied des Cafés auf TAG24-Nachfrage: Bereits früher hatte man mit Anfeindungen von rechts zu kämpfen. "Aber dass man öffentlich zur Zielscheibe wird, kam so noch nicht vor."
Eine Anzeige ging bei den Ordnungshütern ein. Die Beamten wollten am Sonntag nicht auf Details eingehen.
Allerdings: "Die Ermittlungen dazu führt das Dezernat Polizeilicher Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Zwickau", so die Polizei auf TAG24-Nachfrage.
Juliane Nagel stellt Anfrage
Der Fall hat auch die Politik erreicht: Landtagsmitglied Juliane Nagel (47, Die Linke) hat zur Aufklärung der Hintergründe eine Anfrage gestellt.
Ein Großteil der Sticker wurde bereits entfernt, allerdings sind noch immer Aufkleber im Stadtgebiet zu sehen.
Auf die Frage, ob im Café Taktlos auch zukünftig Veranstaltungen weitergehen sollen, sagt das Mitglied: "Das auf jeden Fall" - unter erhöhten Sicherheitsmaßnahmen.
Titelfoto: Montage: Ralph Kunz (2)
