Zwickau - Erst ging es um Millionen, dann um harte Vorwürfe mitten im eigenen politischen Lager: Der Zwickauer Stadtrat hat nach stundenlangem Schlagabtausch ein Sparpaket beschlossen.
Damit will die Stadt jährlich rund 10,5 Millionen Euro einsparen beziehungsweise zusätzlich einnehmen - das Finanzloch liegt bis 2029 bei etwa 15 Millionen Euro pro Jahr.
Hängen bleibt vor allem das Wortduell zwischen OB Constance Arndt (47, BfZ) und BfZ-Gründer Tristan Drechsel (71). Beide kommen aus der Bürgervereinigung "Bürger für Zwickau", doch beim Sparpaket liegen sie frontal über Kreuz.
Drechsel lehnte das Papier ab und erklärte es für nicht entscheidungsreif. Arndt platzte daraufhin der Kragen.
"Alter alleine ist keine Qualifikation", schleuderte die OB in Richtung ihres eigenen politischen Umfelds. Drechsel konterte: "Alter allein ist keine Qualifikation, die Jugend auch nicht." Aus der Debatte über Einsparungen, Gebühren und Personalstellen wurde ein Machtkampf am Mikrofon.
Sparpaket trotzdem beschlossen
Drechsel warf dem Rathaus vor, wichtige Stadtratsbeschlüsse nicht abgearbeitet zu haben. "Wir beschließen heute was, obwohl die dazugehörigen Stadtratsbeschlüsse noch nicht umgesetzt sind", sagte er. Für ihn sei das Konzept "noch gar nicht fertig".
Außerdem widersprach er der Darstellung, in der Arbeitsgruppe sei ein fertiger Kompromiss entstanden.
Arndt hielt dagegen: "Es gab 14 Sitzungen. Da wurde über jede einzelne Stelle der Stadtverwaltung gesprochen."
Am Ende wurde das Sparpaket trotzdem beschlossen: 26 Ja-Stimmen, 18 Nein-Stimmen, eine Enthaltung.