Neue Oldtimer fürs August Horch Museum

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Zwickau - Ab sofort sind im August Horch Museum in Zwickau neue Exponate sowie eine überarbeitete Ausstellung zu sehen.

Ein Foto von der Horch-350-Pullman-Limousine aus dem Jahr 1952 mit der damaligen Besitzerin.
Ein Foto von der Horch-350-Pullman-Limousine aus dem Jahr 1952 mit der damaligen Besitzerin.  © Repro: Sven Gleisberg

Zwei neue Leihgaben stellt die Audi AG aus Ingolstadt dem Museum dauerhaft zur Verfügung. Dabei handelt es sich zum einen um einen Horch 10/50 PS Phaeton aus dem Jahr 1925. Dieser steht nun am Platz der bisherigen Horch-375-Pullman-Limousine von 1930 und vervollständigt die Chronologie der Ausstellung, da er ein Bindeglied zwischen den Modellen der 1910er- und 1930er-Jahre ist.

Die zweite Leihgabe ist ein Wanderer-W11-Pullman-Landaulet aus dem Jahr 1929 und eine Rarität. "Er ist sehr selten und wurde nach 1930 so gut wie gar nicht mehr gebaut", sagt Kurator André Meyer (41).

Der Grund liege in der schwierigen Bauweise. "Es ist einmalig, dass wir ein Landaulet zeigen können", betont Meyer.

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Einen neuen Platz bekam zudem die Horch-350-Pullman-Limousine, deren Herkunftsgeschichte inzwischen umfassend erforscht wurde.

Einst 1928 in Zwickau gefertigt, ist der lange Weg nach Norwegen zurück nach Deutschland in die Nähe von Koblenz und schließlich wieder nach Zwickau vollständig dokumentiert. 2007 nahm das Museum den Wagen in seinen Bestand auf und kehrte damit nach fast 80 Jahren in seine Geburtsstadt zurück.

Nach nahezu 100 Jahren ist nun die komplette Geschichte rekonstruiert. Für Meyer war es eine besondere Recherchearbeit, da er teilweise noch mit den ehemaligen Besitzern sprechen konnte. "Das war absolut großartig. Zu sehen, dass da ja noch Leute existieren, die du fragen kannst."

Der Norweger Bertel O. Steen war ein Autohändler, der die Horch-350-Pullman-Limousine nach Norwegen verkaufte.
Der Norweger Bertel O. Steen war ein Autohändler, der die Horch-350-Pullman-Limousine nach Norwegen verkaufte.  © Repro: Sven Gleisberg
Das Wanderer-W11-Pullman-Landaulet aus dem Jahr 1929.
Das Wanderer-W11-Pullman-Landaulet aus dem Jahr 1929.  © Sven Gleisberg
Kurator André Meyer (41) steht vor der Horch-350-Pullman-Limousine.
Kurator André Meyer (41) steht vor der Horch-350-Pullman-Limousine.  © Sven Gleisberg

Einzigartiger P-70-Prototyp

Am Samstag nahm das August Horch Museum den P-70-Prototyp in den Fundus auf.
Am Samstag nahm das August Horch Museum den P-70-Prototyp in den Fundus auf.  © Ralph Köhler/propicture

Neu im Bestand ist der lange Zeit verschollen geglaubte P-70-Prototyp der Marke AWZ aus dem Jahr 1955. Bislang gab es nur ein einziges Foto als Indiz für seine Existenz. Im Rahmen einer Nachlassauflösung wurde das Museum darauf aufmerksam. Seit Samstag befindet er sich tatsächlich im Depot des Museums.

Der P-70 gilt als Vorläufer des Trabi-Modells, der von 1955 bis 1959 produziert wurde. Der Prototyp weist nahezu identische Fahrzeugeigenschaften auf - mit einer Ausnahme: vier Türen statt zwei.

Diese Konstruktion stellte eine Herausforderung dar, da die Fahrzeuglänge unverändert blieb. Die Türen mussten stark verkürzt werden, was das Ein- und Aussteigen erschwerte.

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Aus diesem Grund ging der Prototyp nie in Serienproduktion. "Es hat sich in der Praxis nicht bewährt", sagt Kurator André Meyer. Die Geschichte des Fahrzeugs muss nun noch weiter erforscht werden.

Für Besucher wird der Wagen voraussichtlich erst Ende des Jahres zu sehen sein, vielleicht auch erst nächstes Jahr.

Titelfoto: Bildmontage: Sven Gleisberg (2)

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