Nur eine Verletzung trübt die Freude: Monarchs demontieren Cowboys
München - Es gibt nicht nur einen, sondern gleich mehrere neue Sheriffs in München - und die kommen allesamt aus Dresden und spielen für die Monarchs. Mit einem brutalen 48:10 (14:0, 14:0, 20:3, 0:7) meldeten sich die Sachsen eindrucksvoll aus ihrer Sommerpause zurück. Getrübt wurde der erste Auftritt bei den Münchnern seit der 3:30-Schmach 2008 nur durch die schwere Verletzung von Yazan Nasser.
Bis dahin und auch danach lief aber alles nach Plan. Auf die Siegerstraße bog das Team von Coach Greg Seamon schon im ersten Viertel ein. Rocky Lombardi bediente Tigo Moss aus der eigenen Hälfte. Der Receiver brach ein Tackle an der gegnerischen 40-Yard-Linie. Von dort gab es kein Halten mehr - bis in die Endzone (6. Minute).
Ähnlich gut machte es Tofunmi Lala, der einen missglückten Punkt bis zur 25-Yard-Linie gnadenlos bestrafte. Mit einem starken Lauf ging er durch die gegnerische Defensive und lief bis kurz vor die Endzone. Aus fünf Yards erhöhte der Running Back für die Sachsen - Kicker Florian Finke stellte auf 14:0.
Aber das absolute Ausrufezeichen der ersten Hälfte folgte erst jetzt: Lombardi feuerte eine 47-Yard-Bombe in Richtung von Moss.
Weil der 24-Jährige im Eins-gegen-Eins ohnehin nicht zu halten ist, stand es nach erfolgreichem Extrapunkt 21:0 (17.).
Verletzungsschock stoppt Monarchs nur kurz
Nur Sonnenschein gab es in München bei 31 Grad aus Sicht der Monarchen aber nicht.
Nasser erwischte es heftig. Der Running Back zog sich eine schwere Verletzung am rechten Bein zu, musste nach langer Behandlungspause inklusive Notarzt-Einsatz abtransportiert werden, was zumindest kurzzeitig auch bei seinen Kollegen Spuren hinterließ.
Moss leistete sich einen seiner wenigen Aussetzer. Der Fumble des US-Amerikaners (22.) blieb aufgrund der über weite Strecken brutalen und tadellosen Defense-Leistung aber folgenlos.
Lombardi & Co. brauchten nur diesen einen Drive, um sich zu schütteln. Danach war der Ballverteiler wieder wie gewohnt richtig cool. Janne Särkelä bedankte sich - Finke stellte auf 28:0 (24.).
Nach weiteren Touchdowns durch Lala (25.) und Moss (31.), nach ersterem passte der Snap für den Extrapunkt nicht, schalteten die Dresdner in den Verwaltungsmodus. Lombardi hatte Feierabend, Backup Marvin Schöne übernahm für die letzten 15 Minuten. Und der hatte gemeinsam mit David Moore III nochmal Spaß - 48:0.
Ein 45-Yard-Field-Goal und ein Touchdown (45.) schubsten in München zwar noch eine Kuh um. Von den Kuh-Aufstellern am Spielfeldrand, die traditionell bei einem Touchdown der Cowboys umgeworfen werden, fiel am Samstagnachmittag nur eine.
Die Monarchs kamen im Dantestadion trotz einiger Unkonzentriertheiten aber nicht mehr ins Straucheln.
Titelfoto: Jörg Meißner

