USA - Wer dachte, dass der NFL-Sonntag schon völlig wahnwitzige Spiele brachte, dem sind seine Augen am Dienstagmorgen völlig ohne Kaffee aufgesprungen, als er seine Football-WhatsApp-Gruppe öffnete. Die Chicago Bears besiegen die Philadelphia Eagles mit 27:7 – mit ihrem Vize-Ersatz-Quarterback. Und nein, das ist kein Tippfehler.
Zur Erinnerung: Nach Woche 1, in der die Bears 59 Punkte schafften, wäre das noch halbwegs verständlich gewesen.
Als am zweiten Spieltag Quarterback Caleb Williams früh verletzt ausfiel, schafften sie nur noch 3 Punkte – im ganzen Spiel.
Jetzt musste "QB3" Case Keenum für die Gastgeber ran, der seit drei Jahren keinen Ball gehalten hat – und rasiert den Playoff-Favoriten aus der Stadt der Liberty Bell. Bei den Eagles hat's ordentlich geklingelt.
Auch bei den New England Patriots hört man bereits die Glocken. 6:35 verliert der Vize-Champ in einem absolut unterirdischen Katastrophenauftritt gegen die Jacksonville Jaguars. Sieben Turnover in drei Spielen, zwei davon in der Endzone – Quarterback Drake Maye ist bereits jetzt stehend k.o.
Er hat ein nicht existentes Lauf-Team, seine Receiver sind nur auf dem Papier gut, auf dem Rasen eher naja. Das ist für jeden Quarterback ein riesen Faktor – vor allem, wenn man erst 24 ist. Viel Glück in dieser Saison bei solch einer Leistung.
Kurioser Rekord: 80 Receiving-Yards ohne einen Pass gefangen zu haben
Was war eigentlich in Buffalo los? Bills-QB Josh Allen dachte sich offenbar: "Kann man fünf Turnover kreieren und trotzdem gewinnen? Probieren wir. Hold my Vitamingetränk."
24:16 gewinnen sie trotz Dauer-Geberlaune gegen die L.A. Chargers, die so gut wie nichts darauf machten.
Die Ladegeräte sind reif für den Wertstoffhof, wenn das weiter so bleibt. Sie stehen 0-3 und in diesem Jahrtausend hat es nur ein Team geschafft, nach einem 0-3-Start in die Playoffs zu kommen: die Houston Texans.
Wir haben zudem einen neuen NFL-Record, den es vorher noch nicht gegeben hat. 49ers gegen Cardinals: Deebo Samuel ist der erste Spieler, der mit 80 Receiving-Yards und einem Touchdown in den Büchern steht, ohne einen Ball gefangen zu haben.
What? Ja, genau.
Niners-Ballverteiler Brock Purdy wirft kurz auf WR Mike Evans. Dieser wird getacklet, sieht jedoch hinter sich noch seinen Kollegen und denkt sich: "Nimm du, ich hab Familie." Samuel nimmt an der eigenen 20-Yard-Linie den Rückwärtspass auf, schaltet zwei Gänge runter und rennt durch bis in die Endzone. Null mal angeworfen, null Pässe gefangen, 80 Yards-Receiving-TD.
Was bleibt noch zu sagen? Korrekt: Die NFL muss mal ganz dringend an ihrem "Roughing the Passer" arbeiten. Was da für Kansas City und Carolina passiert ist, war einfach nur lächerlich. Es ist immer noch American Football und kein Beach-Volleyball, Freunde.
Das waren die Begegnungen am dritten NFL-Spieltag
So endeten die Partien am dritten Spieltag in der NFL. Ligatypisch werden die Gastgeber-Teams an zweiter Stelle genannt.
Atlanta Falcons @ Green Bay Packers – 35:14
Kansas City Chiefs @ Miami Dolphins – 24:10
Carolina Panthers @ Cleveland Browns – 18:21
Tennessee Titans @ New York Giants – 7:12
New England Patriots @ Jacksonville Jaguars – 6:35
Los Angeles Chargers @ Buffalo Bills – 16:24
New York Jets @ Detroit Lions – 24:31
Houston Texans @ Indianapolis Colts – 17:19
Seattle Seahawks @ Washington Commanders – 31:33
Cincinnati Bengals @ Pittsburgh Steelers – 27:30
Arizona Cardinals @ San Francisco 49ers – 30:36
Minnesota Vikings @ Tampa Bay Buccaneers – 23:16
Las Vegas Raiders @ New Orleans Saints – 35:27
Baltimore Ravens @ Dallas Cowboys – 34:31
Los Angeles Rams @ Denver Broncos – 26:30
Philadelphia Eagles @ Chicago Bears – 7:27
Spielfrei hatte in dieser Woche noch keine Mannschaft. Die ersten Bye-Weeks starten erst nach Woche 4.