Frust, Rudelbildung, Ratlosigkeit nach zehnter Auswärts-Pleite der Niners Chemnitz

Chemnitz - Die Fans der Niners Chemnitz sind um eine Enttäuschung reicher! Im Verfolgerduell bei den MHP Riesen Ludwigsburg kassierte das Team von Trainer Rodrigo Pastore (53) am Mittwochabend die zehnte Auswärtsniederlage: 79:87 (40:47).

Die Referees um Anne Panther (43) musste die Streithähne trennen.  © imago/eibner

In der Fremde verkaufen sich in dieser Saison mit Heidelberg und Braunschweig nur zwei BBL-Teams schlechter als die Sachsen.

1,4 Sekunden vor Spielende kam vor über 3600 Zuschauer in der Arena Ludwigsburg plötzlich Hektik auf: Rudelbildung zwischen den Spielern beider Mannschaften. Die Referees um Anne Panther (43) trennten die Streithähne. Sie schauten sich die Bilder minutenlang auf dem TV-Bildschirm an. Am Ende gab es je zwei Freiwürfe für beide Mannschaften.

Die der Gastgeber waren drin. Roman Bedime (24) verwarf beide - irgendwie bezeichnend für den über weite Teile der Partie fahrigen und unkonzentrierten Auftritt der Niners. Die bekamen am Mittwochabend 47 (!) Freiwürfe zugesprochen - ein neuer Spitzenwert in der laufenden BBL-Saison. Im Korb landeten lediglich 29.

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"Viele Dinge sind heute nicht in unsere Richtung gelaufen. So schlecht es auch war, ich denke, dass wir trotzdem eine Siegchance hatten", konstatierte Pastore und räumte ein: "Letztlich war Ludwigsburg besser und hat den Sieg verdient. Sie haben die Partie stärker und besser beendet als wir."

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Niners-Center Kevin Yebo (30) legte mit 29 Punkten eine neue persönliche Saisonbestleistung auf

In der ersten Halbzeit bekam das Pastore-Team Babacar Sane (22) nicht in den Griff. Zur Halbzeit hatte der Senegalese bereits 18 Punkte auf dem Konto. Am Ende war er mit 24 Zählern erfolgreichster Riesen-Scorer.

Im Team der Niners blieben (wieder einmal) zu viele Korbjäger unter ihrem Leistungsniveau. Kevin Yebo (30) stemmte sich gegen die Niederlage. Der Center holte acht Rebounds und legte mit 29 Punkten eine neue persönliche Saisonbestleistung auf.

Zweibester Werfer war Kostja Mushidi (27) mit 14 Zähler. Der Neu-Nationalspieler war nach der Schlusssirene sichtlich bedient, stellte sich aber vor die Mannschaft: "Wir sind bereit, ehrgeizig, wollen gewinnen. Alle, die auf dem Feld sind, haben ein gewisses Ego. Wir puschen uns das gesamte Spiel. Solche Niederlagen passieren."

Als Mushidi im DYN-Interview nach den krassen Leistungsschwankungen innerhalb der 40 Minuten befragt wurde, sagte er: "Ich versuche, meinen Job bestmöglich zu machen. Wir haben gekämpft, Charakter gezeigt. Das ist eine Frage, die du anderen Leuten stellen musst."

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