Niners-Trainer Pastore nach Pokal-Pleite: "Uns fehlte die Energie und der Fokus!"

Chemnitz - Fünf Minuten vor dem Ende platzte Niners-Trainer Rodrigo Pastore (50) am Sonnabend in Crailsheim der Kragen. Der Argentinier trommelte seine Jungs an der Seitenlinie zusammen und appellierte an die Ehre: "Ihr habt jetzt die Chance, Stolz zu zeigen."

Niners-Trainer Rodrigo Pastore (50) ist nach der Pokal-Pleite gegen Crailsheim enttäuscht (Archivbild).
Niners-Trainer Rodrigo Pastore (50) ist nach der Pokal-Pleite gegen Crailsheim enttäuscht (Archivbild).  © Picture Point/Gabor Krieg

Das Kind war zu diesem Zeitpunkt leider schon in den Brunnen gefallen, das Pokal-Achtelfinale längst entschieden. Chemnitz lag mit 20 Punkten hinten: 58:78. Das Team agierte speziell im dritten Viertel ohne Energie, erzeugte keinerlei Druck auf den Ball und ließ die Gastgeber gewähren.

Mit 86:72 (40:37) bezwang der Vorjahresfinalist Merlins Crailsheim das Pastore-Team, das fulminant gestartet war. Mindaugas Sušinskas (27) sorgte in den ersten 90 Sekunden mit zwei Drei-Punkt-Würfen und einem Monster-Dunk im Alleingang für die 8:0-Führung der Gäste.

Doch schon im ersten Viertel fabrizierten die Niners viel zu viele einfache Fehler. Am Ende standen sie bei 22 Turnover, Crailsheim kam auf die Hälfte. Im dritten Spiel innerhalb einer Woche wirkten die Sachsen müde, fahrig, unkonzentriert.

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"Uns fehlte letzten Endes die Energie und der Fokus. Wir konnten nicht einmal die einfachsten Spielzüge erfolgreich abschließen", meinte Pastore nach der Pokal-Pleite.

Und weiter: "Wir hatten erwartet, dass es nach unseren Corona-Ausfällen schwer wird, die Leistung zu halten. Nun müssen wir weiterkämpfen, um wieder in Form zu kommen. Ich bin überzeugt, dass wir ein starkes Team haben."

Niners-Kader wurde klein gehalten

Ob die Niners ein starkes Team haben, das werden die kommenden Tage zeigen. BBL, Europe Cup, Pokal - dass der Tanz auf drei Hochzeiten an die Substanz gehen würde, wussten die Niners schon vor der Saison. Der Kader wurde dennoch klein gehalten.

Für US-Boy Matt Mooney (25), der bereits wieder weg ist, wurde noch kein neuer Spielmacher verpflichtet. Wie bereits 46 Stunden zuvor gegen Bamberg musste Pastore in Crailsheim mit einer Neun-Mann-Rotation zurechtkommen.

Für Lichtblicke sorgten die beiden Litauer im Niners-Trikot: Sušinskas markierte vier Dreier und 18 Punkte. Arnas Velicka (22) schaffte mit 16 Zählern und zehn Assists das Double-Double.

Schon am Mittwochabend geht’s für Chemnitz im Europe Cup gegen Golden Eagle Ylli aus dem Kosovo weiter.

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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