Dem Dauerbrenner wird die 2. Liga zu schnell: "Ich brauche gefühlt ein Fahrrad"
Karlsruhe - Sollte Marcel Franke (33) am kommenden Samstag für den Karlsruher SC gegen den 1. FC Heidenheim zum Einsatz kommen, dann hat der Innenverteidiger satte 300 Partien in der 2. Bundesliga auf dem Buckel. Schon jetzt ist der gebürtige Dresdner unter den Aktiven der Rekordspieler des deutschen Unterhauses. Doch im Vergleich zu seinen ersten Duellen hat sich einiges verändert.
"Heute kommt jede Woche ein Sprinter auf mich zu, das sind alles pfeilschnelle Athleten", beschrieb der Abwehr-Dauerbrenner in der aktuellen "kicker"-Ausgabe die Entwicklung der Liga, die er inzwischen wie seine Westentasche kennt.
"Wenn einer mit 37 km/h auf mich zukommt - da brauche ich gefühlt ein Fahrrad, um hinterherzukommen", scherzte Franke.
Früher sei das anders gewesen. Der Defensivspezialist feierte am 8. Dezember 2012 sein Zweitligadebüt für Dynamo Dresden im Spiel gegen den VfL Bochum, kickte später noch für Greuther Fürth, Darmstadt 98, Hannover 96 und seit Sommer 2022 beim KSC.
In seiner Anfangszeit habe man als Verteidiger vor allem mit "klassischen Stürmern" zu tun bekommen. "Zum Beispiel Simon Terodde und ein paar andere große Haudegen. Da wusstest du: Die rennen dir nicht weg", erinnerte sich der 33-Jährige.
Insgesamt seien die athletischen Herausforderungen innerhalb einer Dekade enorm gewachsen: "Dass wir vor zehn Jahren eine Mannschaft in der Liga hatten, die 128 Kilometer lief - daran erinnere ich mich nicht. 110 bis 115 Kilometer waren der Durchschnitt", so Franke.
Marcel Franke will nach der Karriere in die Heimat zurückkehren
Trotzdem konnte sich der Routinier bis heute behaupten und gehört mittlerweile im fünften Jahr beim KSC zum absoluten Stammpersonal. In der laufenden Saison hat er noch keine Minute verpasst.
Auch ein Grund, warum er vor Kiels Jonas Meffert (32, 297 Einsätze) auf dem Einsatz-Thron der aktiven Zweitligaprofis sitzt. Bis zum ewigen Rekord ist es trotzdem noch ein gutes Stück, denn Willi Landgraf (58) stand satte 508 Mal im Unterhaus auf dem Platz.
Will Franke die Bestmarke knacken, muss er das Karriereende also noch etwas vor sich herschieben. Anschließend möchte sich der Sachse mit seiner Frau Jenna und seinen zwei Töchtern in seiner Heimat Dresden niederlassen.
"Das Haus wird gerade geplant, wird irgendwann entstehen. Ich habe beim KSC noch zwei Jahre Vertrag. Danach schauen wir mal, wann es vielleicht zurückgehen kann", so der Routinier.
Eventuell ja sogar als Nachwuchstrainer bei der SGD, denn Franke macht gerade seine B-Lizenz als Coach. "Ich möchte meine Erfahrungen an die Jugend weitergeben, das reizt mich", erklärte der 33-Jährige.
Titelfoto: Uli Deck/dpa

