Drama schon vor dem ersten Länderspiel? Klopp-Vertrauter soll für "Irritationen" sorgen
Frankfurt am Main - Ende des Monats wird Jürgen Klopp (59) das erste Mal als Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft an der Seitenlinie stehen. Seine Ernennung hat schon im Vorfeld für Euphorie und Wirbel, Kritik und Gegenkritik gesorgt. Hinter den Kulissen soll es allerdings tatsächlich bereits vor dem ersten Anpfiff leicht brodeln.
Wie die "Süddeutsche Zeitung" mit dem Verweis auf eigene Recherchen berichtet, gibt es beim DFB nämlich schon "Irritationen" rund um die Rolle von Marc Kosicke (55).
Der langjährige Berater des Dortmunder Meistertrainers war praktisch Bestandteil des Deals mit dem Deutschen Fußball-Bund. Auf der Antritts-PK wurde der gebürtige Bremer von "Kloppo" als "Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation" vorgestellt.
DFB-Chef Bernd Neuendorf (65) bezeichnete den 55-Jährigen als "externen Mitarbeiter", dem die Türen "bis hinauf in mein Präsidentenbüro" offenstehen würden.
Von Uli Hoeneß (74) hagelte es dafür direkt Gegenwind, das Bayern-Urgestein tadelte die Mitanstellung des Fußballmanagers als "friendly takeover" vonseiten des Klopp-Lagers.
Zwar wies der DFB die Vorwürfe umgehend entschieden zurück, doch laut SZ könnte sich der Wind intern gedreht haben. Dafür soll vor allem eine gewisse Verwirrung bezüglich seiner genauen Funktion sprechen.
Marc Kosicke und seine "vielfältigen Aktivitäten" in der Welt des Fußballs
Zum einen betitelte der DFB Kosicke einige Wochen nach der Vorstellung von Klopp nun doch wieder als "externen Berater", obwohl der langjährige Liverpool-Coach ausdrücklich betonte, dass sein Weggefährte nun eben kein bloßer Berater mehr sei.
Selbst bezeichnete sich der Norddeutsche anschließend im Interview mit der "Frankfurter Rundschau" übrigens doch als "eine Art Personalberater".
Zum anderen sollen die "vielfältigen Aktivitäten" des diplomierten Sportwissenschaftlers den Verantwortlichen Sorgenfalten bereiten.
Kosicke war früher beim neuen DFB-Sponsor Nike tätig, baute mit der "Project B GmbH" sowie "projectFIVE" zwei große Berateragenturen des Landes auf und wirkte zuletzt auch im RB-Konzern mit.
Aus vielen Projekten habe er sich bis zum Engagement bei der Nationalelf zurückgezogen. Um einen "Interessenkonflikt" zu vermeiden, arbeite der Bremer aber dennoch aus einer "externen" und "beratenden" Rolle heraus, erklärte der DFB derweil dem "Münchner Merkur".
Inzwischen beantwortet der Deutsche Fußball-Bund laut SZ übrigens keinerlei Anfragen mehr zum Thema Kosicke oder den eigenen Kenntnisstand über dessen Verwicklung in andere Firmen. Wirkliche Harmonie und vor allem Transparenz bei möglichen Problemfeldern suggeriert das sicher nicht gerade.
Titelfoto: Bildmontage: Christian Charisius/dpa, Harry Langer/dpa

