"Müssen uns schämen": Nationalmannschaft ist Ex-Bundestrainer inzwischen peinlich
USA - Dreimal in Folge spielte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nun eine schwache WM. Einer, der es sowohl als Spieler als auch als Trainer einst besser machte, ist Jürgen Klinsmann (61) - heutzutage ist dem Bundestrainer des Sommermärchens 2006 das DFB-Team aber geradezu peinlich.
Dass man dreimal hintereinander auf der Weltbühne früh gescheitert sei, sage nichts Gutes über den deutschen Fußball aus, erklärte der 61-Jährige bei Sky: "Ich glaube, wir sind jetzt im absoluten Mittelmaß ganz verloren irgendwo angekommen. Also wir haben mit der Weltspitze absolut gar nichts zu tun."
Er habe schon im Spaß zu seinen italienischen Freunden gesagt, es sei besser, dreimal nicht hinzufahren, als dreimal gleich wieder nach Hause zu gehen, verriet "Klinsi". Dann ließ er einen Satz folgen, der aufhorchen ließ: "Dafür müssen wir uns schämen!"
Deutschland müsse sich eingestehen, dass "viel, viel falsch gemacht wurde" bei den letzten drei Weltmeisterschaften, man brauche ganz neue Ansätze. Als Beispiel nannte er etwa die Physis, die Deutschen seien schlicht nicht robust genug.
"Sie waren zu weich, sie waren nicht fähig, zu leiden oder auch mal die Ellbogen auszufahren und sich Respekt zu verschaffen", erklärte der Weltmeister von 1990.
Als positives Beispiel hob er die Argentinier hervor, die bei diesem Turnier der ganzen Welt vorgemacht hätten, dass sie vielleicht nicht die beste Mannschaft hätten, aber stets bereit seien, bis an die Grenzen und darüber hinauszugehen und so Spiele auch in den letzten Minuten noch entscheiden zu können.
"Das konnten wir eigentlich bis vor 20, 30, 40 Jahren auch noch als Deutschland", stellte Klinsmann fest.
Jürgen Klinsmann hofft auf Jürgen Klopp als neuen Bundestrainer
Im Gegensatz zu anderen Experten, die etwa den Rücktritt von Kapitän Joshua Kimmich (31) forderten, wollte er das deutsche Scheitern aber nicht an einzelnen Spielern ausmachen.
"Jeder, der jetzt dabei war, jung, alt, muss sich an die eigene Nase fassen und eingestehen, dass er keinen guten Job gemacht hat. Und ich glaube, das Eingestehen, dass man etwas falsch gemacht hat, ist das Wichtigste, um neu anzufangen", betonte der Trainer.
Diesen Neuanfang wird wohl Jürgen Klopp (59) anstoßen, eine Entscheidung, mit der Klinsmann voll und ganz einverstanden ist: "Ich wünsche es mir sehr, weil er ein Typ ist, der so einen Neuanfang starten kann, die Energie hat, die positive Art, andere Leute mit ins Boot zu bringen."
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