Frankreich-Star holt zum Rundumschlag gegen Teamkollegen aus: Das macht ihn so wütend
Miami (USA) - Das hat wohl niemand kommen sehen! Im WM-Spiel um Platz drei lieferten sich England und Frankreich ein wildes Zehn-Tore-Spektakel, das in einem 6:4-Sieg für die Three Lions endete. In der ersten Hälfte war Frankreich gar komplett abgemeldet, lag zur Pause mit 0:4 zurück - was Mittelfeldmann Adrien Rabiot (31) zum Rundumschlag gegen seine Mitspieler veranlasste.
"Wir sind ziemlich blamabel in diese erste Halbzeit gestartet. Ich habe bei einigen Spielern Verhaltensweisen beobachtet, die ich bisher noch nie gesehen hatte", schimpfte der Milan-Profi nach Abpfiff bei BeIN Sports: "Das ist ziemlich enttäuschend, denn es war das letzte Spiel, um in diesem Wettbewerb eine gute Figur abzugeben."
Doch der ersten Halbzeit eines Spiels, vor dem England-Coach Thomas Tuchel (52) noch gesagt hatte, dass keines von beiden Teams darauf Lust hätte und in dem beide Trainer fast ihre komplette A-Elf auf der Bank ließen, spielte nur England. Frankreich, als Topfavorit ins Turnier gestartet, ließ alle Qualitäten der vergangenen Wochen vermissen.
"Nach der Niederlage gegen Spanien herrschte große Enttäuschung, aber wir hätten bis zum Schluss alles geben müssen und dürfen uns nicht damit zufriedengeben, die Dinge einfach so zu verpfuschen", fuhr Rabiot deshalb fort.
In der Pause habe man miteinander gesprochen und sich gesagt, dass man Stolz zeigen müsse, woraufhin es in der zweiten Hälfte dann deutlich besser lief. Das sei aber auch kein Wunder, "denn in der ersten waren einige Verhaltensweisen inakzeptabel".
WM 2026: Kein würdiger Abschied für Didier Deschamps
Somit verabschiedet sich Nationaltrainer Didier Deschamps (57) mit einer Niederlage von der Mannschaft, die er 14 Jahre lang betreut hätte - auch wenn das Team ihm gerne einen Sieg zum Abschied geschenkt hätte, wie Rabiot betonte.
"Er hat sich bei uns bedankt, doch wir sollten ihm für diese wunderbaren Jahre und die von ihm vermittelte Disziplin danken. Er hat die französische Nationalmannschaft wiederbelebt, nicht allein, aber er war maßgeblich daran beteiligt", sagte der 31-Jährige.
Deschamps nahm Rabiots Rundumschlag zwar zur Kenntnis, wollte aber nach seinem letzten Spiel als Frankreich-Coach nicht in dieselbe Kerbe schlagen.
"Ich werde heute keine Abrechnungen machen. Die Spieler wissen es genau. Ich werde niemanden an den Pranger stellen", erklärte der Weltmeister-Trainer von 2018 und nahm ein letztes Mal die Schuld auf sich.
"Natürlich hätten einige Spieler besser spielen können", so Deschamps, "aber ich war es, der einen Fehler gemacht hat. Ich hätte von Beginn des Spiels an andere Entscheidungen treffen müssen und dann wäre es vielleicht besser gelaufen."
Titelfoto: Chandan Khanna / AFP

