Wer soll die ganzen Fanartikel kaufen? Chemnitzer Händler schieben WM-Frust

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Chemnitz - Deutschland ist bei der WM ausgeschieden - für Chemnitzer bleibt neben sportlichem Frust vor allem eines zurück: volle Regale mit Trikots, Schals und Fahnen. Gibt es für den Handel noch eine Nachspielzeit? Was wird aus all den schwarz-rot-goldenen Fanartikeln, die plötzlich niemand mehr braucht?

Daniel Klemp (26) bringt im EuroShop auf dem Rosenhof die Ware zurück ins Lager.
Daniel Klemp (26) bringt im EuroShop auf dem Rosenhof die Ware zurück ins Lager.  © Kristin Schmidt

Die Folgen der Niederlage gegen Paraguay am Montag sind im Einzelhandel spürbar, wenn auch unterschiedlich stark. "Das frühe WM-Aus macht sich nicht flächendeckend, aber in einzelnen Warengruppen in Form entgangener Zusatzumsätze bemerkbar", erklärt René Glaser, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Sachsen (50).

So fällt auch die Bilanz der Tedi-Filiale am Rosenhof gemischt aus: "Servietten und Partyzubehör haben sich während des Turniers ganz gut verkauft", sagt Mitarbeiter Joel Latschin (22). Besonders gefragt waren zudem Fahnen fürs Auto.

Weniger gut lief eine Aktion mit Gratis-Trikot ab 5 Euro Einkaufswert und Newsletter-Anmeldung. "Die Aktion hat hier nicht so funktioniert wie in anderen Städten", so Latschin.

WM 2026 live: Harry Kane erlöst die Engländer und dreht Spiel gegen DR Kongo im Alleingang!
Fußball-WM 2026 WM 2026 live: Harry Kane erlöst die Engländer und dreht Spiel gegen DR Kongo im Alleingang!

Übrig gebliebene Fanartikel werden nun "entweder reduziert angeboten oder wieder ins Lager geschickt".

Im Tedi in Chemnitz hängen noch ein paar Fanartikel.
Im Tedi in Chemnitz hängen noch ein paar Fanartikel.  © Kristin Schmidt
Die Deutschland-Artikel warten bald im Lager auf das nächste Großturnier.
Die Deutschland-Artikel warten bald im Lager auf das nächste Großturnier.  © Kristin Schmidt
Nach dem WM-Aus der deutschen Nationalelf braucht nun niemand mehr Fanartikel fürs Public Viewing.
Nach dem WM-Aus der deutschen Nationalelf braucht nun niemand mehr Fanartikel fürs Public Viewing.  © Ole Spata/dpa

Zurückhaltende Bilanz zur WM

Im Edeka in der Ermafa-Passage zeigt Mitarbeiterin Charleen Treichel (18) die Fanartikel für die Fußball-WM.
Im Edeka in der Ermafa-Passage zeigt Mitarbeiterin Charleen Treichel (18) die Fanartikel für die Fußball-WM.  © Kristin Schmidt

Auch im "EuroShop" ist der Turnier-Effekt schnell verpufft. Viele WM-Artikel sind dort bereits wieder aus dem Verkaufsraum verschwunden. "Den Wühltisch und den Verkaufsständer vorm Laden habe ich schon abgezählt und wieder eingelagert", sagt Mitarbeiter Daniel Klemp (26). Vom großen Geschäft blieb wenig: "Ich schätze, wir haben insgesamt 200 bis 250 Artikel verkauft."

Beim Edeka in der Ermafa-Passage fällt die Bilanz ebenfalls zurückhaltend aus: "Dieses Jahr haben wir sehr wenig verkauft, wobei wir noch nie den riesigen Umsatz mit Fanartikeln hatten", heißt es aus dem Markt.

Als Grund wird unter anderem die gemischte Kundschaft genannt. "Für die Waren gibt es feste Rücknahmedaten - sie bleiben noch etwa eine Woche stehen und gehen dann zurück ins Zentrallager."

Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt (3), Ole Spata/dpa

Mehr zum Thema Fußball-WM 2026: